Was ist ein Meteor?
Sternschnuppen, auch Meteore genannt, entstehen aus relativ kleinen
Trümmern aus dem Weltall (oft nur so groß wie eine Erbse), die mit großen
Geschwindigkeiten (bei den Perseiden z.b. sind es 67 Kilometer je Sekunde) in die
Erdatmosphäre eindringen, durch den Luftwiderstand abgebremst werden und durch die
Reibung an den Luftmolekülen verglühen. Zudem wird auch noch ein Luftschlauch entlang
ihrer Bahn ionisiert (d.h. zum leuchten angeregt). diese Leuchterscheinung nennen wir
einen Meteor, das Teilchen, das diese
Leuchterscheinung verursacht, einen Meteoriden = ein Teilchen mit der Fähigkeit ein Meteor zu
werden. Von der Erdoberfläche aus sehen wir im Normalfall einen solchen Meteor nur etwa
1/2 bis 1 Sekunde lang. War das Teilchen vor dem Eintritt in die Atmosphäre so groß wie
ein Pflasterstein oder größer, dann kann ein Rest davon auf die Erdoberfläche als Meteorit niedergehen.
Vermehrt treten die Meteore zu jenen Zeiten auf, in denen unsere Erde die
Bahn von sogenannten Meteorströmen kreuzt. dies geschieht im Fall der Perseiden von in
etwa Ende Juli bis ca. 20. August. Um den 11. /12. August »durchfliegt« unsere Erde den
dichtesten Teil dieses Stromes und die Meteore treten dann am zahlreichsten auf. Man
spricht dann vom Maximum eines Meteorstromes. Beim Maximum der Perseiden in den
vergangenen Jahren konnten wir des öfteren 150 bis 200 Sternschnuppen in einer Stunde
beobachten. Meteorströme sind Überbleibsel bzw. Auflösungsprodukte von Kometen und
ziehen ihre Bahnen um die Sonne. Es mag Tausende solcher Ströme geben, aber nur etwa 50
treffen auch mit unserer Erde zusammen.
Woher kommen die Meteore
Meteorströme entstehen aus Kometen, die eine Umlaufbahn um die Sonne
haben, die sie immer wieder in Sonnennähe führt. Insbesondere durch die Sonnennähe
verliert der Komet Materie, die sich entlang seiner Bahn verteilt und so nach einer
gewissen Zeit einen Meteoridenstrom entstehen läßt. Liegt nun die Bahn dieses Stromes
gerade so, daß unsere Erde auf ihrer Umlaufbahn den Meteoridenstrom kreuzt, dann treffen
die Teilchen in dieser Zeit auf die Atmosphäre und verursachen Meteore.
|
![[Meteor Strom]](../images/metstrom.gif) |
| Bild1: Meteorstrom |
Der Radiant oder
Ausstrahlungspunkt
ist jenes Gebiet am Himmel, aus dem die Sternschnuppen eines Meteorstromes zu kommen
scheinen. Durch die Perspektive (wir sehen Bruchstücke die aus ein und derselben Richtung
auf parallelen Bahnen aus dem Weltall kommen) sieht es für uns auf der Erde so aus, als
würden alle Meteore aus einem kleinen Himmelsgebiet kommen. D.h. alle Sternschnuppen
eines Meteorstromes treffen sich bei Rückverlängerung Ihrer Bahnen an einem Punkt am
Himmel. die Meteorströme werden dann nach dem Sternbild benannt, in dem dieser Punkt
liegt. die Perseiden haben ihren Radianten im Sternbild Perseus, daher der Name Perseiden.
|
![[Perseiden Radiant]](../images/mradiant.gif) |
| Bild2: Radiant |
|
Der Radiant des Perseiden-Meteorstromes liegt im Sternbild
Perseus.
Perseiden sind im August die ganze Nacht zu sehen und wenn es Perseiden sind, so kann man
ihre Bahn zu diesem Punkt (Radiant) zurückverfolgen - aber Achtung, es sindzu diesem
Zeitpunkt noch rund 15 andere Meteorströme zu sehen und manchmal wird die sichere
Identifikation dadurch sehr erschwert. Rund 2/3 aller Meteorerscheinungen zwischen 10. und
15. August sind unter normalen Bedingungen allerdings Perseiden.
Übers Jahr verteilt gibt es Zeiten in denen besonders viele Sternschnuppen zu sehen
sind. Alljährlich sind die bekannten Meteorströme wie Perseiden, Orioniden,
Quadrantiden, Geminiden um nur einige der bekanntesten zu nennen aktiv. Relativ genau kann
man sagen, wieviele Sternschnuppen in etwa pro Stunde zu sehen sein werden. Im Fall der
Perseiden waren es nach unseren eigenen Angaben in der Nacht vom 11. / 12.8.1985 in
insgesamt 4,5 Stunden mit insgesamt 500 Sternschnuppen unsere bisher stärksten Fallraten
der Perseiden. Doch es gibt ganz wenige Tage in einem Menschenleben, in der man
Sternschnuppen wie Regentropfen fallen sieht - eben dann, wenn ein sogenannter Meteorsturm
auftritt. Dabei müssen aber ganz besondere Bedingungen auftreten.
Vom Meteorstrom der Leoniden zum Beispiel ist bekannt, daß er alle 33
Jahre besonders viele Sternschnuppen hervorbringt, zuletzt war dies im Jahre 1966. diese
regelmäßigen Meteorstürme der Leoniden lassen sich beispielsweise mehr als 1000 Jahre
zurückverfolgen. Der Ursprung eines Meteorstromes ist z.b. bei den Leoniden der Komet
Tempel-Tuttle, der im Jahre 1865 entdeckt wurde und eine Umlaufzeit von 33,18 Jahren
aufweist. Normalerweise sind nur 15 bis 20 Leoniden pro Stunde zu sehen, doch alle 33
Jahre gibt es ein gewaltiges Ansteigen der Aktivität in der Maximumsnacht ( zuletzt
1966). Das heißt, immer wenn der Komet in seine Sonnennähe zurückkehrt und mit ihm die
zahlreichen vom ihm stammenden Meteorteilchen, dann kommt es zu einem gewaltigen Ansteigen
der Sternschnuppen. So geschehen zuletzt in der Nacht vom 16. zum 17. November 1966.
Überall in Europa wurden bis zu 100 Leoniden stündlich beobachtet, doch Meteorstürme
sind meist sehr kurz (nur wenige Stunden) und daher meist nur auf ein lokal begrenztes
Gebiet beschränkt. Im Jahre 1966 hatte eine Beobachtergruppe auf dem Kitt Peak in Arizona
das Glück einen solchen Meteorsturm zu sehen. In der ersten Stunde sah jeder Beobachter
33 Leoniden, in der zweiten Stunde waren es schon 192 je Beobachter, in der dritten
Beobachtungsstunde sah jedoch jeder Beobachter schätzungsweise 150.000 Sternschnuppen in
diesen 60 Minuten, das sind 2500 pro Minute bzw. 40 pro Sekunde. Ein einmaliges Schauspiel
der Natur.
|
|