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Leoniden '99 Ergebnisse ]


Leoniden 1999 Beobachtungen eines Teams der Sternwarte Gahberg vom Vulkan Teide auf Teneriffa

6 Beobachter der Sternwarte Gahberg (Erwin Filimon, Robert Orso, Christoph Kaltseis, Georg Emrich, Klaus Eder und Hermann Koberger) beobachteten auf rund 2000 Meter Höhe in der Kraterhochebene des Vulkanes Teide auf Teneriffa den Meteorstrom der Leoniden.

Die Beobachter hatten widrige Beobachtungsbedingungen mit Temperaturen um die 0 Grad, starkem Wind und gelegentlichen Wolken und Regen. Es wurde die ganze Nacht hindurch beobachtet und fotografiert.

Bereits in der Nacht vor dem Maximum des Meteorstromes von 16./17. Nov. wurde beobachtet, da im Vorjahr in dieser Nacht ein unerwarteter Ausbruch mit heller Feuerkugeln erfolgt war. Dieser Ausbruch blieb jedoch diesmal aus. Nur in den Morgenstunden zeigten sich vereinzelte Leoniden. Die Wetterbedingungen war in dieser Nacht nicht besonders gut. Gelegentlich war der ganze Himmel bedeckt, es gab zeitweise Regen. Dann wiederum klarte es wieder völlig auf.

Die Maximumnacht von 17. auf 18. Nov. brachte jedoch dann den Erfolg. Während an den Nordhängen des Vulkans noch schwere Regenfälle aus den Passatwolken niedergingen, war im Krater die Wolkenbank wie abgeschnitten und während der Beobachtungsphase herrschte bestes Wetter, kaum Wind und hervorragende Sicht. Mit zahlreichen Kameras wurde fotografiert.

In Intervallen wurde die Anzahl der gesichteten Meteore durch die Gruppe ermittelt. Für den Zeitraum von jeweils 5 Minuten wurden dabei folgende Ergebnisse gesammelt:

von 1.47 bis 1.52 Uhr UT 37 Meteore (454 je Stunde)
von 1.53 bis 1.58 Uhr UT 71 Meteore (852 je Stunde)
von 1.59 bis 2.04 Uhr UT 81 Meteore (972 je Stunde)
von 2.19 bis 2.24 Uhr UT 67 Meteore (804 je Stunde)
von 2.45 bis 2.50 Uhr UT 42 Meteore (504 je Stunde)
von 3.27 bis 3.32 Uhr UT 34 Meteore (408 je Stunde)
von 4.02 bis 4.07 Uhr UT 23 Meteore (276 je Stunde)

Das Maximum lag daher um 2.00 Uhr UT. Die Leoniden sind sehr schnelle Sternschnuppen, treten sie doch mit einer Geschwindigkeit von rund 71 km je Sekunde in die Erdatmosphäre ein, das erschwert natürlich die Fotografie. Nur die helleren können erfaßt werden. Obwohl auch mehrere durchaus die Helligkeit des Jupiters erreicht haben, so blieben die erwarteten hellen Feuerkugeln aus. Die meisten Leoniden hatten 2. oder 3. Größenklasse, also in etwa so wie die Sterne des Großen Wagens. Viele Leoniden hatten kurze Nachleuchtspuren. Auffällig das Auftreten in Gruppen. Mehrere Leoniden erscheinen beinahe gleichzeitig an derselben Himmelsstelle - dies läßt den Schluß zu, daß diese Teilchen aus einem größeren entstanden sind, beim Zerfall in der Atmosphäre oder bereits vorher im Weltall.

Mit 17 Kameras wurde fotografiert, die Ergebnisse liegen erst in der kommenden Woche vor.

Es war ein phantastisches Erlebnis. Zwar gab es nicht den erhofften großen Sturm, aber so viele Sternschnuppen haben wir noch nie gesehen.

Bilder zum Ereignis finden Sie auf der folgenden Seite

 

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