Astronomischer Arbeitskreis Salzkammergut

Sternwarte Gahberg

N 47°54'48" / O 13°36'33" / 860m

Was ist ein Meteor?

Sternschnuppen, auch Meteore genannt, entstehen aus relativ kleinen Trümmern aus dem Weltall (oft nur so groß wie eine Erbse), die mit großen Geschwindigkeiten (bei den Perseiden z.b. sind es 67 Kilometer je Sekunde) in die Erdatmosphäre eindringen, durch den Luftwiderstand abgebremst werden und durch die Reibung an den Luftmolekülen verglühen. Zudem wird auch noch ein Luftschlauch entlang ihrer Bahn ionisiert (d.h. zum leuchten angeregt). diese Leuchterscheinung nennen wir einen Meteor, das Teilchen, das diese Leuchterscheinung verursacht, einen Meteoriden = ein Teilchen mit der Fähigkeit ein Meteor zu werden. Von der Erdoberfläche aus sehen wir im Normalfall einen solchen Meteor nur etwa 1/2 bis 1 Sekunde lang. War das Teilchen vor dem Eintritt in die Atmosphäre so groß wie ein Pflasterstein oder größer, dann kann ein Rest davon auf die Erdoberfläche als Meteorit niedergehen.

Vermehrt treten die Meteore zu jenen Zeiten auf, in denen unsere Erde die Bahn von sogenannten Meteorströmen kreuzt. dies geschieht im Fall der Perseiden von in etwa Ende Juli bis ca. 20. August. Um den 11. /12. August »durchfliegt« unsere Erde den dichtesten Teil dieses Stromes und die Meteore treten dann am zahlreichsten auf. Man spricht dann vom Maximum eines Meteorstromes. Beim Maximum der Perseiden in den vergangenen Jahren konnten wir des öfteren 150 bis 200 Sternschnuppen in einer Stunde beobachten. Meteorströme sind Überbleibsel bzw. Auflösungsprodukte von Kometen und ziehen ihre Bahnen um die Sonne. Es mag Tausende solcher Ströme geben, aber nur etwa 50 treffen auch mit unserer Erde zusammen.

Woher kommen die Meteore

Meteorströme entstehen aus Kometen, die eine Umlaufbahn um die Sonne haben, die sie immer wieder in Sonnennähe führt. Insbesondere durch die Sonnennähe verliert der Komet Materie, die sich entlang seiner Bahn verteilt und so nach einer gewissen Zeit einen Meteoridenstrom entstehen läßt. Liegt nun die Bahn dieses Stromes gerade so, daß unsere Erde auf ihrer Umlaufbahn den Meteoridenstrom kreuzt, dann treffen die Teilchen in dieser Zeit auf die Atmosphäre und verursachen Meteore.

[Meteor Strom]

Bild1: Meteor Strom

Der Radiant oder Ausstrahlungspunkt

ist jenes Gebiet am Himmel, aus dem die Sternschnuppen eines Meteorstromes zu kommen scheinen. Durch die Perspektive (wir sehen Bruchstücke die aus ein und derselben Richtung auf parallelen Bahnen aus dem Weltall kommen) sieht es für uns auf der Erde so aus, als würden alle Meteore aus einem kleinen Himmelsgebiet kommen. D.h. alle Sternschnuppen eines Meteorstromes treffen sich bei Rückverlängerung Ihrer Bahnen an einem Punkt am Himmel. die Meteorströme werden dann nach dem Sternbild benannt, in dem dieser Punkt liegt. die Perseiden haben ihren Radianten im Sternbild Perseus, daher der Name Perseiden.

[Perseiden Radiant]

Bild2: Radiant

Der Radiant des Perseiden-Meteorstromes liegt im Sternbild Perseus. Perseiden sind im August die ganze Nacht zu sehen und wenn es Perseiden sind, so kann man ihre Bahn zu diesem Punkt (Radiant) zurückverfolgen - aber Achtung, es sindzu diesem Zeitpunkt noch rund 15 andere Meteorströme zu sehen und manchmal wird die sichere Identifikation dadurch sehr erschwert. Rund 2/3 aller Meteorerscheinungen zwischen 10. und 15. August sind unter normalen Bedingungen allerdings Perseiden.

Übers Jahr verteilt gibt es Zeiten in denen besonders viele Sternschnuppen zu sehen sind. Alljährlich sind die bekannten Meteorströme wie Perseiden, Orioniden, Quadrantiden, Geminiden um nur einige der bekanntesten zu nennen aktiv. Relativ genau kann man sagen, wieviele Sternschnuppen in etwa pro Stunde zu sehen sein werden. Im Fall der Perseiden waren es nach unseren eigenen Angaben in der Nacht vom 11. / 12.8.1985 in insgesamt 4,5 Stunden mit insgesamt 500 Sternschnuppen unsere bisher stärksten Fallraten der Perseiden. Doch es gibt ganz wenige Tage in einem Menschenleben, in der man Sternschnuppen wie Regentropfen fallen sieht - eben dann, wenn ein sogenannter Meteorsturm auftritt. Dabei müssen aber ganz besondere Bedingungen auftreten

 

Vom Meteorstrom der Leoniden zum Beispiel ist bekannt, daß er alle 33 Jahre besonders viele Sternschnuppen hervorbringt, zuletzt war dies im Jahre 1966. Diese regelmäßigen Meteorstürme der Leoniden lassen sich beispielsweise mehr als 1000 Jahre zurückverfolgen.

Der Ursprung eines Meteorstromes ist im Falle der Leoniden der Komet Tempel-Tuttle, der im Jahre 1865 entdeckt wurde und eine Umlaufzeit von 33,18 Jahren aufweist. Normalerweise sind nur 15 bis 20 Leoniden pro Stunde zu sehen, doch alle 33 Jahre gibt es ein gewaltiges Ansteigen der Aktivität in der Maximumsnacht ( zuletzt 1966). Das heißt, immer wenn der Komet in seine Sonnennähe zurückkehrt und mit ihm die zahlreichen vom ihm stammenden Meteorteilchen, dann kommt es zu einem gewaltigen Ansteigen der Sternschnuppen.

So geschehen zuletzt in der Nacht vom 16. zum 17. November 1966. Überall in Europa wurden bis zu 100 Leoniden stündlich beobachtet, doch Meteorstürme sind meist sehr kurz (nur wenige Stunden) und daher meist nur auf ein lokal begrenztes Gebiet beschränkt. Im Jahre 1966 hatte eine Beobachtergruppe auf dem Kitt Peak in Arizona das Glück einen solchen Meteorsturm zu sehen. In der ersten Stunde sah jeder Beobachter 33 Leoniden, in der zweiten Stunde waren es schon 192 je Beobachter, in der dritten Beobachtungsstunde sah jedoch jeder Beobachter schätzungsweise 150.000 Sternschnuppen in diesen 60 Minuten, das sind 2500 pro Minute bzw. 40 pro Sekunde.

Ein einmaliges Schauspiel der Natur.



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