Astronomischer Arbeitskreis Salzkammergut

Sternwarte Gahberg

N 47°54'48" / O 13°36'33" / 860m

Beobachtungsberichte zur Feuerkugel

Philipp Teutsch, Mils, Tirol
Am Samstag, den 6. April 2002, beobachtete ich abends Galaxien im Großen Bären von meiner Sternwarte aus. Als ich um 22:21 MESZ die recht helle Galaxie NGC 3877 nahe Chi UMa mit meinem C8 beobachtete, wurde das Bildfeld im Teleskop plötzlich strahlend hellblau, mit einer Helligkeit, die einem klaren Spätnachmittag entspricht.

Alarmiert und verwundert zugleich blickte ich auf - und sah etwas östlich vom Zenit den hellsten Meteor, den ich in 22 Jahren Beobachtungen unter dem Nachthimmel gesehen habe. Es war ein leuchtend tiefblauer Ball, viel heller als der Vollmond, mit einem Durchmesser von etwa 7 Grad und einem Schweif von 40-50 Grad mit langen, hell leuchtenden Strömen von hauptsächlich strahlend blauer und oranger Farbe. Die Feuerkugel erleuchtete das Inntal so hell, daß man so deutlich wie am Tag den Schnee auf den Bergen sehen konnte. Dieser strahlende Feuerball bewegte sich fast durch den Zenit und verschwand nach etwa 5 Sekunden bei einem Azimut von 288 Grad (ca. WNW) in 8 Grad Höhe hinter einem Berg.

Etwa zweieinhalb Minuten später hörte man einen lauten Knall, wie von einer Kanone abgefeuert. Dieser Knall kam genau aus der Richtung, in der der Meteor am Horizont verschwunden war und dauerte etwa 2 Sekunden. Ansonsten war die Erscheinung der Feuerkugel vollkommen lautlos verlaufen. Diese Verzögerung deutet auf eine Entfernung von ungefähr 50 km von meinem Standort hin.

Die Bewegungsrichtung war genau in Richtung Zugspitze, wo ein dreifacher Lichtblitz und ein um etwa 2 Minuten verzögertes mindestens 30-Sekunden anhaltendes lautes Donnergrollen vom Meteorologen Werner Hahmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) vom Gipfel der Zugspitze (2962m) aus beobachtet wurde. ("Erst zuckten drei Blitze über den Himmel, dann folgten nach ungefähr 2 Minuten Explosionsgeräusche. Sie waren sehr laut und dauerten mindestens eine halbe Minute." ..."es klang zuerst wie Explosionsgeräusche von einem abstürzenden Flugzeug"). Die Lichtblitze dürften nach seiner Beobachtung etwa in Azimut 250 Grad am hellsten gewesen sein. Leider konnte er die Feuerkugel selbst nicht sehen.)
Jedoch berichtete er mir, daß ein Bekannter von ihm, der Verkehrspilot Michael Weigl bei der Rückreise aus dem Urlaub auf einem Parkplatz in Bozen um 22:20 MESZ in Richtung Nordwesten nahe am Horizont drei oder vier rötlich-gefärbte Feuerkugeln sah, die sehr knapp hintereinander flogen. (Das würde bedeuten, daß die Feuerkugel kurz nach meiner Sichtung in drei oder vier Teile zerbrochen ist.)

Bayrische Amateurastronomen sahen die Feuerkugel von Bad Tölz aus im SW und maßen eine Verzögerung von 4 Minuten zwischen Lichtblitz und Donner (lt. Bad Tölzer Zeitung). Von Philipp Salzgeber (Vorarlberg), der zuerst an ein Feuerwerk dachte, als er durch das Fenster im Wohnzimmer blickte, stammt folgende Information (e-mail): "Von Wolfurt aus haben wir den unteren Teil der Bahn (Horizont bis ca. 20Grad Höhe) ziemlich genau (+-10Grad) in Richtung Osten gesehen. Wir saßen in der Wohnung, mit geschlossenen Fenstern. Die Bolidenbruchstücke sahen wir DURCH die Gardine! Wieviele es waren kann ich nicht sagen."

Soweit einige Berichte, die den Fall der Feuerkugel aus verschiedenen Richtungen schildern. Die angeführten Berichte geben insgesamt ein recht stimmiges Gesamtbild vom Geschehen am 6. April um 22:20 MESZ.

Laut Dr. Spurny vom Observatorium Ondrejov, Tschechien könnte es in der Gegend zwischen Garmisch-Partenkirchen und Reutte zu Meteoritenfällen gekommen sein. Eine genauere Analyse der Bilder des Feuerkugelnetzes wird aber erst um den 20. April vorliegen.

Josef Scharmüller, Schörfling
Ich fuhr mit meinem PKW am Samstag, den 06.04.2002 aus Oberhehenfeld (Siking) kommend auf der Marktwaldstraße Richtung Schörfling. Ich war genau auf der Stelle Haus Großmair, starke Rechtskurve, als plötzlich um ca. 22.20 Uhr ein Feuerball in der Größe, des bei Vollmondnacht aus Sicht der Erde sichtbaren Mondes zu Boden stürzte. Auffallend war der eher geringe Einfallwinkel - meiner Meinung nach maxima130 Grad. Da meine Fahrtrichtung nach Norden war, sah ich den Feuerball auf der linken Seite, über den Häferlberg kommend, also von westlicher, beziehungsweise nordwestlicher Richtung. Der Feuerball hatte eine sehr große Geschwindigkeit - sodass man den vermutlichen Einschlag in der näheren Umgebung schwer folgen konnte. Zunächst dachte ich an eine Sternschnuppe, doch die Größe, die Nähe und der flache Einfallwinkel ließen sofort etwas anderes vermuten.

Rupert Marko, Rutzenmoos
Aussehen: wie eine übergroße Feuerwerksrakete, kugelförmiger Vorderteil, farblich pulsierend zwischen orangerot und grün (Absprengungen?)
Schweif: gelb bis helles orange. Starke Helligkeit - Hausdächer und Landschaftsteile leicht (pulsierend) erhellt.
Geschwindigkeit: vom Beobachtungsstandort ca. wie eine Feuerwerksrakete

Sascha Marand
Ich stand am 06.04.02 mit dem Auto an der Kreuzung in der Fürsten Allee (Salzburg).Ich sah aus dem seitlichen Autofenster und plötzlich sah ich in ca. 40-50 Meter Höhe einen Steil abfallenden blauen Lichtball. Zuerst dachte ich an einen Feuerwerkskörper. Der Lichtball ging in der Gegend Altersheim und Schloss Leopoldskron nieder. Ob er aufschlug konnte ich leider durch davor stehende Häuser nicht sehen.

Thomas Kloss
ich hatte am 6-4-02 um 22h22 in St. Michael (Salzburg ) in Blickrichtung Westen einen riesige Sternschnuppe gesehen. Durch die Größe muß es fast zu einer Erdberührung gekommen sein.

Gerald Lasnik, Brunnengasse 4, 8572 Bärnbach
Beobachtungsort      : A-8572 BÄRNBACH, 15°07´37"O, 47°04´39"N, 435mNN
Datum / Uhrzeit        : 6.4.2002, ca.22H22MESZ (Ablesung Wohnzimmeruhr)
Beim zufälligen Blick aus dem Fenster sah ich diese Feuerkugel ab einer Höhe von etwa 60° (Begrenzung durch Fenster).

Erscheinungsform    : analog einer Leuchtkugel aus einer Signalpistole.
Sehr heller (grell) leuchtender Kopf, umgeben von weniger hellen Hülle. Heller, spitz zusammenlaufender Schweif, kurz nachleuchtende schmale Spur.
Farben weiß, rot, blau.
Größe: etwa Vollmonddurchmesser, Schweiflänge ca.3-4°.
Bewegungsrichtung : durch das Sternbild ORION steil zum Horizont, Berührungspunkt etwa WNW, Positionswinkel ca.280°.
Sichtbarkeit: ca. 2 Sekunden (Sichtwinkel durch Fensterbegrenzung etwa 60°).
Feuerkugel verschwand ohne Helligkeitsänderung hinter dem Horizont.
Anmerkung:  War ein beeindruckendes, irgendwie unwirklich erscheinendes Ereignis. Ich dachte im ersten Augenblick wirklich an eine Leuchtkugel, eine Feuerwerksrakete o.ä.

Johannes Greifeneder
Ich möchte nur kurz von meiner Feuerkugel-Beobachtung am Samstag Abend berichten:
Ich wohne in Neumarkt /Wallersee, im Ortsteil Thalham. Ich konnte die Erscheinung bei einem zufälligen Blick aus unserem Küchenfenster in etwa südwestlicher bis westlicher Himmelsrichtung beobachten.

Von der Helligkeit her hielt ich die Erscheinung zunächst für einen Feuerwerkskörper oder eine Leuchtkugel  einer Signalmunition, wie sie die Segler bei uns am See gelegentlich bei privaten Festen abfeuern. Nur passte natürlich die hohe Geschwindigkeit und der Kurs der Erscheinung, in einem Winkel von geschätzten 60 Grad von links oben nach rechts unten in meiner Blickrichtung (verzeihen Sie die etwas laienhafte Darstellung) nicht zu diesem Eindruck. Ich glaube mich zu erinnern, zwei Lichterscheinungen parallel erkannt zu haben, eine davon deutlich heller, die andere knapp daneben und etwas versetzt. Insgesamt war die Erscheinung schweifförmig mit einem helleren Maximum an der Spitze.

Franz Berger
Nach dem Kinobesuch in Linz, traten mein Schwager und ich die Heimreise nach Windischgarsten an. Es war meiner Meinung nach kurz nach 22:15Uhr. Irgendwo zwischen Traun und Sattledt (A1), schweifte ein sogenannter "Feuerball" von der linken Seite kommend zu Boden. Er strahlte rot-bläulich verglühte meiner Ansicht nach vollkommen, da er ca.100m über Boden zu leuchten aufhörte.

Lukas Fichtinger
Am Abend des 6. April beobachtete ich im Süden um 22:20 (ich sah die Zeit auf meinem  funkgesteuerten Wecker) eine helle Lichterscheinung, die ich zuerst für einen Feuerwerkskörper hielt. Sie war an der Spitze türkis und zog einen hellen, gelben Schwanz hinter sich her. Der Himmel wurde von ihr kurzzeitig komplett erhellt. Geräusche konnte ich keine hören, ich befand mich aber auch im Haus.
Ich wohne in Neuhaus, Gemeinde Geinberg, OÖ.

Internetmeldung anonym
Es war um ca. 22:25 Uhr als der Himmel plötzlich grün erhellt wurde. Dann sah ich eine Art riesige Sternschnuppe, und dann verschwand sie wieder. Zuerst dachte ich mir, dass jemand eine Rakete geschossen hatte,aber wer sollte um die Zeit eine Raket schießen?? Dann dachte ich auch sofort an einen Meteoriten.
Ich wohne in 4070 Eferding, in Oberösterreich.

Iris Reiter:
Ich wollte bekannt geben, dass ich/wir am SA den 6.4.02 um ca. 22.25 Uhr etwas seltsames am Nachthimmel beobachtet! Und zwar waren meine Freunde und ich auf dem Weg nach Wels/OÖ(zwischen der Abzweigung Wallern und dem neu errichteten Kreisverkehr), als meine Freundin am Beifahrersitz verwundert fragte: "was ist denn das?"

Mein anderer Bekannter meinte es sei nur ein Feuerwerk, was wir gleich wieder ausschließen konnten, da ich argumentierte dass dieses "Etwas" schräg von oben auf den Erdboden zuraste und vor allem war es ein großer Ball und nicht wie bei einem verglühenden Feuerwerk, ein ganzer Regen!

Die Farbe dieses Balles, der einen kleinen glühenden Schweif hinter sich herzog, war blau-grün und das aufregende an der ganzen Sache ist, dass, als dieser Brocken vermutlich auf die Erdoberfläche aufschlug ein kleiner heller Lichtkegel aufstieg der womöglich von einer Explosion herrührte(aber dafür sind sie ja die Experten)

Wir konnten das daher so gut beobachten, weil der Ort des Geschehens max. 1/2- 1 Kilometer Luftlinie entfernt war. Den genauer Ort würde ich wahrscheinlich nicht mehr finden, oder doch, aber ich versuche auf diesem Weg so genau als möglich zu beschreiben!

Wie gesagt: Fahrtrichtung Wels, zwischen Abbiegung nach Wallern und dem neu errichteten Kreisverkehr, rechtsseits der Fahrbahn, also irgendwo in oder um Bad Schallerbach! An eine kleine Kuppe mit Wald kann ich mich noch erinnern und dahinter ging der Meteor nieder. Diese Kuppe ist auch der Grund weshalb wir den Einschlag nicht direkt sehen konnte, aber der helle Schein ließ uns drauf schließen.

Ich hoffe, ihnen weitergeholfen zu haben und bitte wirklich um Antwort, da ich sehr interessiert an dieser unheimlichen Sache bin und natürlich auch stolz etwas so außergewöhnliches beobachten zu dürfen!

Thomas Kastenhuber aus Bad Wimsbach,
ich habe am Samstag (um ca. 22.Uhr 20) diesen Feuerball beobachtet! Er kam von W und er glühte bläu und grünlich und hellte die Umgebung sehr stark auf, als erster dachte ich mir es wäre ein Feuerwerk doch um diese Zeit? Das Objekt ging relativ langsam richtung O zu Bode man konnte es also sehr lange sehn man höhrte auch kurz darauf einen Knall.

Josef Schörgenhumer, Andrichsfurt 36, 4754 Andrichsfurt
beobachtete ca. 7 km nördlich von Ried, um ca. 22.20 Uhr, aus dem Fenster, sah aus wie Rakete, hell grün bis gelb, flog waagrecht ca. 10 bis 12 Grad über dem Horizont von Osten nach Westen (von links nach rechts) Richtung NW.

Hr. Schobesberger, Frankenmarkt
aus Fenster, kurzer Blitz, wie Gewitterblitz



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