Astronomischer Arbeitskreis Salzkammergut

Sternwarte Gahberg

N 47°54'48" / O 13°36'33" / 860m

Helle Feuerkugel am Mo. 5. Dez 2011 - 18:06 Uhr


Nach einem Bericht von Dieter Heinlein, dem technischen Leiter des DLR Feuerkugelnetzes www.dlr.de/feuerkugelnetz (auch die Meteoritenortungskamera Gahberg ist an diesem Netz beteiligt) konnten Mitarbeiter des Europäischen Feuerkugelnetzes die Bahn des sehr hellen Meteors vom Montag, 5. Dezember 2011 um 18:06:05 MEZ
(18:06:05 MEZ) mit hoher Genauigkeit rekonstruieren:

Die Leuchtspur der Feuerkugel zog in flachem Winkel über West-Österreich.
Projiziert auf die Erdoberfläche verlief die Bahn des (anfangs fast 200 kg schweren) Meteoroiden etwa von Wörgl bis Vaduz. Der kosmische Körper verglühte dabei vollständig. Mit ziemlicher Sicherheit handelte es sich um das Bruchstück eines fragilen Kometen (und nicht eines massiven Kleinplaneten).
Da die Feuerkugel bereits in einer Höhe von über 50 km verloschen ist, kann ausgeschlossen werden, dass Bruchstücke des Meteoroiden die Erdoberfläche erreicht haben könnten.

Viele Beobachtungsbericht (Österreich/Deutschland/Italien) sind eingelangt. Einige Beobachtungsbericht findet man auch unter: http://www.meteoros.de/php/viewtopic.php?t=9043&sid=13041c7c743d1bec569fdd479c110eb0

Augenzeugenberichte:

auf der Westautobahn Fahrrichtung Salzburg bei Eberstallzell in WSW-Richtung einen Meteoriten gesichtet. Ca. 3 - 4 sec. war er bei leicht bewölktem Himmel klar sichtbar.
Christoph K.

Ich war heute auf der A25 bei Wels-Nord in Richtung Wels-West unterwegs. Blickrichtung etwa Südwest. Ich konnte um 18:05 ein helles Aufleuchten erkennen, das ich jedoch nur kaum 5 Sekunden vor dem Verlöschen beobachten konnte. Das Objekt fiel in einem recht steilen Winkel (vielleicht ~20° von der Lotrechten) mit hoher Geschwindigkeit. Leider konnte ich die Entfernung nicht einschätzen, jedoch trat das Verschlöschen tiefstehend auf. Eine verfrühte Silvesterrakete würde ich persönlich ausschließen. Harald B.

Standort Wels Industriegebiet, im Westen, steiler Winkel zum Horizont, Helligkeit ca. - 4 m, Bobby K.

Vom Standort in Plesching bei Linz in südwestlicher Richtung für mehrere Sekunden sichtbare Feuerkugel, deutlich heller als der (dreiviertel)Mond ähnlich grell wie beim Beobachten von Elektroschweißarbeiten. Bei einem Höhenwinkel um die 45° verlief die scheinbare Bahn mit einer Neigung von über 45° Neigung in nordwestliche Richtung fallend. Die Feuerkugel zeigte eine Art Stoßfront (seitliches Abgleiten der verglühenden Oberfläche). Hört sich nach einem sehr kompakten Material (ev. metallisch) an. Gerald P.

 



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