Wie Scanne ich meine Bilder richtig
Pixel, DPI, LPI und andere Ungereimtheiten
von Robert Orso
Viele Astrofotografen bearbeiten ihre Bilder digital am Computer. Wer
mit konventioneller Fotografie arbeitet - und das sind immer noch die
meisten, hat das Problem, daß die auf Negativ, Dia oder Papierbild
vorliegenden Aufnahmen erst digitalisiert werden müssen. Verschiedene
Methoden könne hier zum Einsatz kommen und die wenigsten wissen, auf
welche Parameter es wirklich ankommt um ein zufriedenstellendes Ergebnis
zu erhalten.
Digitalisierungsgeräte
Eine Reihe unterschiedlicher Geräte sind zur Digitalisierung am Markt
verfügbar.
- Flachbettscanner
- Negativ- oder Dia Scanner
- Trommelscanner
- Digital Kameras
- Flachbettscanner
- Gängigstes Modell für den „Hausgebrauch“. Diese Geräte sind
meist günstig zu haben und über die USB Schnittstelle an jeden PC
leicht anschließbar.
- Eine (optische) Auflösung von 1200x600 und 1200x1200 DPI ist Standard
- Farbtiefe: 24-32 Bit
- Mit „Durchlicht“ Zubehör auch für Negative bedingt geeignet
- Negativ- oder Dia Scanner
- Diese Geräte sind aufgrund ihres speziellen Anwendungsfeldes wenig
verbreitet, entsprechend ist auch die Auswahl gegenüber
Flachbettscannern geringer. Zudem sind sie meist erheblich teurer.
- Vorteilhaft sind die hohe (optische) Auflösung von mindestens 2400
DPI und eine Farbtiefe von 32-40 Bit
- Trommelscanner
- Waren früher in Druckereien und Satzstudios weiter verbreitet. Mit
diesen Geräten kann man Bilder mit 4096 DPI und hoher Farbtiefe
digitalisieren.
- Digital Kameras
- In digitalen Fotolabors werden Negative mittels hochauflösender
Digitalkameras direkt nach der Filmentwicklung in einem
automatisierten Prozess abfotografiert und auf CD gespeichert.
Welche Auflösung ist richtig?
Es geistern unter den „Hobbyscannern“ unterschiedliche Meinungen
herum, welche Auflösung denn nun die optimale sein. Nach Häufigkeit
gereiht:
- Die höchste optische Auflösung meines Scanners
- Die höchste interpolierte Auflösung meines Scanners
- Die Aufösung, die auch mein Drucker kann
- Je mehr desto besser
Die richtige Antwort darauf lautet:
Das kommt ganz auf den beabsichtigten Verwendungszweck an.
Wenn man bedenkt, daß sich die Datenmenge für das zu scannende Bild
mit
Größe in Byte = Breite der Vorlage in Zoll * Höhe der Vorlage in
Zoll * DPI * DPI * 3
berechnet, kommt man bei einer 9x13cm Vorlage (3,54 * 5,12 Zoll)
schnell in große Zahlen:
| 75 DPI |
3,54 * 5,12 * 75 * 75 * 3 |
305856 Byte |
306KB |
| 150 DPI |
3,54 * 5,12 * 150 * 150 * 3 |
1223424 Byte |
1,2MB |
| 300 DPI |
3,54 * 5,12 * 300 * 300 * 3 |
4893696 Byte |
4,9MB |
| 600 DPI |
3,54 * 5,12 * 600 * 600 * 3 |
19574784 Byte |
19,6MB |
| 1200 DPI |
3,54 * 5,12 * 1200 * 1200 * 3 |
78299136 Byte |
78,3MB |
Das ist die Datenmenge, die der Scanner produzieren muß und dann über
die USB Schnittstelle in den Arbeitsspeicher überträgt. Das
Bildverarbeitungsprogramm braucht dann zur Verarbeitung meist noch einmal
so viel Arbeitsspeicher + das Programm selbst + das Betriebssystem, ...
und dann gibt's Leute die scannen gleich den A4 Abzug aus dem Fotolabor...
Schon alleine deshalb, weil die PC's mit 1GB Arbeitsspeicher noch nicht
auf jedermanns Schreibtisch stehen, sollten wir bereits vor dem Scannen
überlegen, wie viele Daten wir für die geplante Verwendung überhaupt benötigen. |