Scannen für den Drucker
Wird als Zielmedium nicht der Bildschirm sondern ein Drucker
angepeilt, dann sieht die Sache ein weinig anders aus. Hier haben
können wir im allgemeinen davon ausgehen, daß der Druck auf A4 Papier
erfolgen wird (21 x 29,7cm); entweder im Hoch- oder im Querformat.
Die Auflösung der Geräte ist deutlich höher als die Auflösung
eines Bildschirms:
- Laserdrucker: 600-1200 DPI
- Tintenstrahldrucker: 720-1400 DPI, gelegentlich höher
Wichtig ist aber zu wissen, daß die hohe DPI Angabe nicht bedeutet,
daß hier immer 1400 UNTERSCHEIDBARE Punkte pro Zoll gedruckt werden
können. Tatsächlich überlappen die Punkte, so daß ein 50% Grauraster
mit abwechselnd weißen und schwarzen Punkten in der Vergrößerung so
aussieht:
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Laserdrucker bei 1200 DPI
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Tintenstrahldrucker bei 1400 DPI
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Beim Laserdrucker kommt meist noch ein "Grau"
heraus, beim Tintenstrahldrucker ist das satt schwarz.
DPI, LPI, Pixel oder was?
Eigentlich scheint das hier ganz leicht zu sein, zumindest verwendet
das Ausgabegerät die gleiche Einheit wie der Scanner: DPI. Wir brauchen
uns also um die ganze PIXEL Geschichte hier nicht zu kümmern. Die
meisten wählen instinktiv die Methode: „Ich scanne mit der
Auflösung, die mein Drucker drucken kann“
Leider ist genau das aber falsch.
Ist es nicht sinnvoll, daß ein gescanner Bildpunkt gleich ein
gedruckter Bildpunkt ist, genau wie beim Bildschirm?
Nein, denn der Bildschirm zeigt 24 Bit PRO PIXEL, der Drucker jedoch
nur 1 Bit pro Pixel, wir würden die ganze Farbinformation verlieren.
| Das
Bild rechts kann die Vergrößerung eines Sternes darstellen, wie er auf
einem gescanten Negativ erscheint. Wir haben hier einen detaillierten
Grauverlauf mit hoher Auflösung, beispielsweise 1200 DPI. |
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Das
Bild links zeigt, was passiert, wenn man diese Information auf einem
Schwarzweiß Laserdrucker mit genau der gleichen Auflösung ausdruckt. |
Der
Drucker kann jeweils pro Bildpunkt nur entweder einen schwarzen Punkt
drucken, oder ihn auslassen - wir bekommen nur noch zwei mögliche
Helligkeiten: Weiß und Schwarz. Anders als beim Bildschirm haben wir
hier NICHT die Möglichkeit einen "schwachen" Punkt zu
drucken. Beim Farbdrucker ist die Sache ganz genau gleich. Da nicht
unendlich viele Tintenpatronen zur Verfügung stehen, sondern im
Normalfall vier (Rot, Blau, Gelb und Schwarz oder korrekter Magenta,
Cyan, Gelb und Schwarz) müssen alle Farben durch das Setzen mehrerer
dieser Farbpunkte im richtigen Verhältnis angenähert werden.  Wenn
beim Drucken mehrere Pixel zu einem „Häufchen“ zusammengefasst
werden, kann der Grauverlauf besser dargestellt werden
Größere Häufchen = mehr Grauwerte aber dafür weniger
Schärfe
Um also Helligkeitsinformation oder Farbschattierungen auf einen
Drucker auszugeben wird das Bild notwendigerweise umgewandelt:
Durch Überlagerung mit einem Raster werden Zellen gebildet und nach
Mittelung des Helligkeitswertes kann die Größe des entsprechenden
Punktes ermittelt werden, der statistisch die gleiche
Helligkeitsinformation beinhaltet.
DPI / LPI
- Um Grauwerte und Farben darstellen zu können, opfern wir Auflösung
- Bei „Häufchen“ von 8x8 Pixeln können 64 Helligkeiten pro
Haufen dargestellt werden, bei 16x16 Pixeln, 256 Helligkeiten
- Die Auflösung sinkt dabei auf 1/8 bzw. 1/16
- 1200 DPI Druckauflösung, 16x16 Häufchen = 1200/16 = 75 Häufchen /
Zoll
- Diese Angabe heißt LPI (Lines per Inch)
Scannen für Drucker = LPI
Wenn wir also trotz 1200 DPI Druckerauflösung nur 75 „Häufchen“
pro Zoll drucken können um 256 verschiedene Helligkeiten darstellen zu
können, macht es wenig Sinn mehr als 75 verschieden helle Pixel pro Zoll
zu produzieren. Daher: scannen mit 75 DPI!
Wenn wir mit 64 Helligkeitsstufen das Auslangen finden, verdoppelt sich
die Auflösung: Scannen mit 150 DPI
Scannen für die Druckerei
Soll das Bild im Offset-Druckverfahren gedruckt werden, ist eine
höhere Auflösung möglich, da die gängigen Satzbelichter mit 2400 DPI
arbeiten und je nach Papierqualität Raster bis zu 180 LPI möglich sind.
Was darüber hinaus geht erfordert Hochglanz-Kunstdruckverfahren Wenn
Sie ein Bild für die Druckerei erstellen, ist es sinnvoll die Rastergröße
beim Druck von der Druckerei zu erfragen. Dabei sollten Sie genau auf die
Maßangabe achten, denn einige Druckereien geben den Raster in "Linien
pro Zentimeter" und nicht in "Linien pro Zoll" an! Hier
müssen Sie notfalls die Angabe umrechnen: LPI = LPZ * 2.54 |