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Folge # 140
November 1998
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Astronomische Informationen für Mitglieder und Freunde des Astronomischen
Arbeitskreises Salzkammergut
Informationstelefon: 07662 / 8297
STERNWARTE GAHBERG |
Leoniden
von Erwin Filimon
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 Der Meteor- bzw. Sternschnuppenstrom der
Leoniden ist jedes Jahr um den 17./18. November aktiv. Normalerweise zeigt er nur mäßige
Aktivität, alle 33 Jahre ist er aller-dings besonders aktiv und hat in der Vergangenheit
schon einige Male einen Meteorsturm verursacht. 1998 oder 1999 wird mit dem nächsten
Meteorsturm gerechnet.
Der dichteste Teil des Meteorstromes, also jener, der einen Meteorsturm
auslösen kann, ist mit ca. 35.000 km Durchmesser sehr schmal. Unsere Erde, die sich mit
rund 28 km pro Sekunde bewegt, durchquert diese Zone in weniger als einer halben Stunde.
dies hat zur Folge, daß das Maximum des Meteorsturmes nur von kurzer Dauer ist und
natürlich auch geographisch begrenzt ist. Zieht die Erde durch den Strom, während es bei uns
Tag ist, werden wir dieses Schauspiel verpassen. Wenn es 1998 oder/und 1999 auch nicht zu
einem Meteorsturm der Leoniden kommen sollte, ist zumindestens mit einer deutlich
gesteigerten Aktivität zu rechnen. Radiant Im August 1993 beispielsweise wurde ein
Meteorsturm für die Perseiden vorhergesagt. dieser begann jedoch erst in den frühen
Morgenstunden, als die meisten Beobachter schon enttäuscht aufgegeben hatten. Während
Sonnenfinsternisse und Mondfinsternisse also präzise vorhergesagt werden können und das
einzige Unvorhersehbare die Wet-terbedingungen sind, ist die Vorhersage von Meteorströmen
extrem ungenau. Trotzdem wollen wir auch auf diesen möglichen Meteorsturm hinweisen. Es
wäre sehr enttäuschend erst im nachhinein auf ein so großes Ereignis hinweisen zu
müssen. Man sollte allen Interessenten die Möglichkeit geben, ein solches Ereignis
miterleben zu können. |
- Leoniden
- Sternschnuppenstrom, der seinen Radianten (Ausstrahlungspunkt) im Sternbild Leo (=
Löwe) hat. die Sternschnuppen der Leoniden sind sehr schnell und treffen die
Erdatmosphäre mit einer Geschwindigkeit von rund 71 km pro Sekunde. Alle 33 Jahre besteht
die Möglichkeit für einen Meteorsturm, der letzte große Meteorsturm war 1966, der erste
wur-de 902 beobachtet. Der Ursprungskomet der Leoniden ist der Komet 55P/Tempel-Tuttle.
- Meteorsturm
- Ein Meteorsturm ist ein sehr seltenes Ereignis. die Sternschnuppen fallen so zahlreich,
daß sie nicht mehr gezählt werden können (einige hundert bis tausende in der Minute).
- Radiant
- Alle Meteore eines Sternschnuppenstromes scheinen bei der Rückverlängerung ihrer
beobachteten Bahn aus einem Punkt am Himmel (=Radiant) zu kommen.
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Der voraussichtliche Höhepunkt der Aktivität ist nur in
Zentralasien zu sehen, bei uns in Europa sollte dennoch eine starke Aktivität zu
verzeichnen sein. die Dauer des starken Meteorsturmes beträgt ca. 30 Minuten. die beste
Sichtbarkeit in Europa ist am dienstag, 17. November, ab ca.
23.30 Uhr
zu erwarten.
Wir möchten uns dieses mögliche Schauspiel nicht entgehen lassen und beobachten daher
gemeinsam am dienstag, dem 17. November, und am Mittwoch, dem 18. November, bei
hoffentlich klarem Himmel auf der Sternwarte Gahberg. |
Draconiden
Giacobiniden
Meteorsturm kam zu früh
Für den Abend des 8. Oktober gab es die Vermutung, daß der kleine
Meteorstrom der Draconiden (auch Giacobiniden genannt) einen kleinen Meteorsturm
hervorbringt. die Berechnungen wiesen auf eine günstige Beobachtungszeit für Europa hin.
Wie bereits 1993 bei den Perseiden, so lag auch diesmal der Zeitpunkt
der Vorhersage falsch. Der Meteorsturm traf ein, jedoch rund 3,5 Stunden früher als
erwartet. dies hat die Beobachter in Ostasien besonders gefreut. Fallraten von 700 bis
1200 Meteore pro Stunde waren zu sehen. Das Maximum dauerte aber nur rund eine Stunde
lang. Vielleicht haben wir am 17. November einmal mehr Glück. |
Sonnenfinsternisworkshop
die Tradition der Workshops auf der Sternwarte Gahberg wird
fortgesetzt. Der Workshop 1999 findet von Freitag, dem 30. April, bis Sonntag, 2. Mai, auf
der Sternwarte Gahberg bzw. im Alpengasthof Kogler statt und wird 1999 unter dem Motto
Sonnenfinsternis 1999 und Sonnenbeobachtung stehen.
Wir werden bemüht sein, erfahrene Sonnenfinsternisbeobachter auf den
Gahberg einzuladen. Beim Workshop wird es vermutlich auch wieder möglich sein, Teleskope
vom Industrieoptiker Alois Ortner prüfen zu lassen. Bitte merken Sie den Termin schon vor
und bestellen Sie rechtzeitig ihr Zimmer im Alpengasthof Kogler, Tel. 07664-2258. |
Monatliche Sternfreundetreffen im
Lenzingerhof
In den Wintermonaten (ab November) findet das monatliche
Sternfreundetreffen (jeden ersten Donnerstag im Monat) der Sternfreunde des Astronomischen
Arbeitskreises Salzkammergut im Lenzingerhof in Lenzing
jeweils ab 19.00 Uhr statt.
Termine:
Donnerstag, 5. November Donnerstag, 3. Dezember etc. |
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Festschrift
die mit der Festschrift September 1998 verbundene Bausteinaktion für
die Sternwarte Gahberg verläuft bereits sehr erfolgreich. Mehrere Sternfreunde haben
sogar 500 bis 1000 öS eingezahlt. Wir danken allen bisherigen Einzahlern sehr herzlich.
Bitte helfen Sie mit und unterstützen Sie die Sternwarte Gahberg durch
Ihren Baustein. Ein Zahlschein ist in der Festschrift "10 Jahre Sternwarte
Gahberg" auf Seite 11 zu finden.
die Vereinszeitung Astro-Info kann man nun über
das Internet beziehen
Immer mehr unserer Mitglieder nützen die Möglichkeit, unsere
Vereinszeitung Astro-Info auch per E-mail zu erhalten. Sofort nach Fertigstellung der
Vereinszeitung wird diese an die vorgemerkten Bezieher mittels E-mail versandt.
Für uns bedeutet jede Astro-Info, die über E-mail bezogen wird, einen
finanziellen Vorteil, denn die Druck- und Portokosten sind in den letzten Jahren stark
gestiegen. Auch der Aufwand beim Versand wird verringert.
Der Bezug der Astro-Info per E-mail bedeutet, daß die Informationen
schneller eintreffen (rund eine Woche früher) und daß die mitgelieferten Fotos
qualitativ besser sind als im Druck.
Es würde uns sehr freuen, wenn möglichst viele Leser die Astro-Info
nunmehr per E-mail beziehen. Wenn Sie Ihren Bezug unserer Vereinszeitung umstellen
möchten, so senden Sie bitte ein E-mail direkt an unseren Mailing-List Prozessor unter listserver@astronomie.at und schreiben Sie im
Nachrichtentext folgende Zeile:
subscribe AI-WORD
bzw.
subscribe AI-PDF
oder
subscribe AI-HTML

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CCD-Aufnahme M15
von Harald Strauß in Space Night
die CCD-Aufnahme von Harald Strauß ist im Bayrischen Rundfunk in der
Nachtsendung Space-Night zu sehen.
Wir gratulieren zu diesem Erfolg.

Sonderführung auf der Sternwarte
und Präsentation des neuen 40cm
Newton-Teleskops am 29. November
Am 29. November 1998 findet bei schönem Wetter ab 16 Uhr eine
Sonderführung auf der Sternwarte Gahberg statt. Bei dieser Führung wird das neue 40cm
Dobson-Teleskop erstmals zum Einsatz kommen.
dieser Beobachtungstermin ist sehr günstig, da der zunehmende Mond und
die Planeten Jupiter und Saturn schon am frühen Abend gesehen werden können.
Wir freuen uns, wenn wir Sie auf der Sternwarte Gahberg begrüßen
können.
Unser Mitglied Herr Dr. Martin Bressler hat
einen Kleinplaneten entdeckt
Unser Mitglied Herr Dr. Martin Bressler aus Seewalchen am Attersee hat
am 5. Februar 1998 seinen ersten Kleinplaneten entdeckt. Wir gratulieren Herrn Dr.
Bressler sehr herzlich zu seiner Entdeckung.
Einen ausführlichen Bericht und Fotos dieser Entdeckung werden Sie in
der nächsten Astro-Info finden.
Eilige können auch auf der folgenden
Seite die Details dazu nachlesen. |
ESA plant
Mars-Projekt
Der Ausschuß für das wissenschaftliche Programm der europäischen
Weltraumorganisation ESA hat das Projekt einer Marssonde grundsätzlich gebilligt. Wie die
ESA in Paris mitteilte, hängt die endgültige Zustimmung davon ab, ob das
Wissenschaftsprogramm ausreichend finanziert wird und bereits genehmigte Projekte nicht
berührt werden. "Mars Express" soll im Juni 2003 starten und zu Weihnachten
desselben Jahres auf eine Mars-Umlaufbahn gebracht werden.
die Sonde wird nach den bisherigen Plänen unter anderem eine
hochauflösende Kamera, mehrere Spektrometer und ein Radargerät zur Durchdringung der
Marsoberfläche an Bord haben. die Wissenschafter hoffen, damit unterhalb der Oberfläche
des Roten Planeten Wasser in Form von Flüssen, Seen, Gletschereis oder Permafrost zu
finden. Außerdem wird "Mars Express" ein Landegerät mitführen, das nach
Spuren von vergangenem oder noch bestehendem Leben suchen soll und wichtige Erkenntnisse
über die Chemie der Marsoberfläche liefern dürfte. (APA-Nachricht)
Jupitermond Io ist eine riesige Vulkan-Hölle
Neue Aufnahmen der Raumsonde Galileo haben sensationelle Einblicke in
die Oberflächenbeschaffenheit von Io, einem der Monde des Jupiter, geliefert. die Fotos
zeigen mehr als 30 Vulkane, deren Lava sich in rotglühenden Becken sammelt. Einige
Eruptionen weisen ein bläuliches Licht auf, über denen sich Leuchterscheinungen vom
schwarzen Sternenhimmel abheben, die auf elektrische Spannungen von mehr als 400.000 Volt
zurückgeführt werden. |
die geförderte Lavamenge reiche aus, um Io jährlich mit einer etwa
einem Zentimeter dicken Gesteinsschicht zu bedecken. dies ist auch der Grund dafür, warum
auf Io, als einzigem größeren Himmelkörper unseres Sonnensystems, keine
Einschlagskrater von Asteroiden zu beobachten seien.
Pillon, einer der Hauptvulkane Ios fördert eine Lava, die mit knapp
einhalbtausend Grad etwa hundertmal heißer als die der aktiven irdischen Vulkane ist.
Wenn Io seine Bahn um den Jupiter zieht, kreuzt er dessen Magnetfeldlinien und reagiert
wie ein riesiger natürlicher Dynamo, der eine Energiemenge erzeugt, welche die aller
Kraftwerke der USA übertrifft. dies führt dazu, daß Io "glüht", wenn er sich
im Schatten seines Mutterplaneten befindet. Nahe der Mondoberfläche führt die
Kombination von Elektrizität und den von den Vulkanen ausgestoßenen Gasen zu einer
weiteren ungewöhnlichen Erscheinung: Schwefeldioxid wird von den elektrischen Feldern
aufgeladen, so daß es in einem wunderschönen Blau aufleuchtet - das gleiche Prinzip wird
beispielsweise bei den Quecksilber-Dampflampen der Straßenbeleuchtung angewendet.
die Galileo-Sonde umkreist den Jupiter und seine Monde seit zweieinhalb
Jahren. Für mindestens noch ein weiteres Jahr wird sie Daten vom Jupiter, von Io und den
anderen Monden sammeln und zur Erde übertragen. Io ist mit 3600 Kilometern Durchmesser
etwas größer als der Erdmond und einer der vier schon von Galileo Galilei selbst
entdeckten Trabanten des Jupiter. Neben drei weiteren großen, verfügt Jupiter noch über
mindestens ein Dutzend kleiner Monde.
[Quelle: Olaf Elicki, nando] |
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