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Folge # 141
Dezember 1998

Astronomische Informationen für Mitglieder und Freunde des Astronomischen Arbeitskreises Salzkammergut
Informationstelefon: 07662 / 8297
STERNWARTE GAHBERG

Wir wünschen
frohe Weihnachten

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und ein gutes Neues Jahr


Entdeckung eines neuen Kleinplaneten

Unser Mitglied Herr Dr. Martin Bressler aus Seewalchen am Attersee hat am 5. Februar 1998 seinen ersten Kleinplaneten entdeckt. Wir gratulieren Herrn Dr. Bressler sehr herzlich zu seiner Entdeckung.

Herr Dr. Bressler betreibt in der Ortschaft Rosenau eine kleine Privatsternwarte und beschäftigt sich seit 1983 intensiv mit der Fotografie und Astrometrie von Kleinplaneten. Von 1983 bis 1993 arbeitete Dr. Bressler mit Filmmaterial. Seit 1993 verwendete er jedoch dazu eine ST-6 CCD-Kamera. Trotz seiner 85 Jahre ist Herr Dr. Bressler sehr aktiv und arbeitet sehr intensiv mit seinem 25 cm Newton-Teleskop, mit dem ihm auch die Entdeckung des Kleinplaneten gelungen ist.

Am 5. Februar 1998 fotografierte Herr Dr. Bressler routinemäßig den Kleinplaneten 1991 UC im Sternbild Krebs, als er auf der CCD-Aufnahme neben diesem Objekt auch einen bisher unbekannten Kleinplaneten mit ca. 16. Größenklasse fand. Weitere Aufnahmen am 6. Februar 1998 bestätigten die Entdeckung und der Kleinplanet erhielt die Bezeichnung 1998 CH5.

Im MPC (Minor Planet Center) – Zirkular Nr. 31468 wurde die Entdeckung schließlich veröffentlicht:

563 Seewalchen
M. Bressler, Sachsenstrasse 40, A-4863 Seewalchen a. A., Austria
0.25-m f/6 reflector + CCD
GSC
1991 PT8, 6, 2, 1; 1991 UC, 10, 2,1; 1998 CH5 *, 11, 2, 1; (8047), 7, 2, 1; [34, 4, 1*, 1997/10/28-1998/02/06]

Kleinplaneten werden mit Hilfe eines sogenannten Blinkkomperators aufgefunden. Dabei werden zwei Aufnahmen mit einem zeitlichen Abstand aufgenommen. Dann werden beide Aufnahmen übereinandergelegt, die Sterne decken sich dabei exakt.

Nur die Kleinplaneten sind in dieser Zeit gewandert und zeigen sich daher in Ihrer Position geändert. Beim abwechselnden Zeigen beider Bilder "blinken" die Kleinplaneten

die Entdeckung von Dr. Bressler ist auch in unserer Homepage zu finden und der Effekt des Blinkkomperators kann dort betrachtet werden. Bei dieser Aufnahme wurden zwei Bilder zusammengesetzt und zeigen die Bewegung des Kleinplaneten.
Entdeckungsaufnahme des Kleinplaneten (links unten, durch einen Strich markiert)


Ein neues Teleskop für die Sternwarte

von Erwin Filimon

Ein neues 40 cm Dobson Spiegelteleskop erweitert zukünftig die Möglichkeiten der Sternwarte.

Am 20.11.1998 wurde von der Fa. Ing. Robert Mayerhofer aus NÖ das neue Teleskop der Sternwarte geliefert. Wir haben uns aus einem vorhandenen 40 cm Spiegel ein Dobson Teleskop anfertigen lassen. Das Teleskop wiegt gesamt ca. 70 kg, läßt sich jedoch mit wenigen Handgriffen in mehrere Teile zerlegen und ist in ca. 3 Minuten im Freien für die Beobachtung aufgebaut.

Eine raffinierte Tubusstrebenkonstruktion ermöglicht den schnellen Auf- und Abbau ohne Werkzeug, sodaß keine Schrauben und anderes Zubehör verloren gehen können. Das Teleskop macht einen äußerst stabilen und kompakten Eindruck, die Hauptteile sind aus mehrfach verleimtem Hartholz gefertigt. Eine Justierung ist nach dem Zusammenbau nicht nötig, da die Teile sehr genau gefertigt sind.

Das Teleskop ist für die visuelle Beobachtung vorgesehen und weist bei einer Brennweite von 2000 mm ein Öffnungsverhältnis von 1:5 auf.

Damit ist das Gerät bestens geeignet für die Beobachtung von schwachen, flächenhaften Objekten wie Galaxien, Kometen und Nebel.

Das Teleskop verfügt über keine Nachführung, es ist allerdings mit freier Hand sehr leicht zu bewegen und kann sehr rasch mit dem Telrad-Sucher auf die gewünschten Himmelsobjekte eingestellt werden.

Mit diesem Teleskop schließt sich eine Lücke bei den Beobachtungsgeräten der Sternwarte Gahberg. Visuell sind damit Sterne bis zur 15. Größenklasse sichtbar, mit diesem Teleskop sind ca. 30 bis 35 Millionen Sterne visuell zu sehen. Mit einem Durchmesser von 40 cm sammelt das Teleskop 2500mal soviel Licht wie es ein Auge vermag. Deshalb können so viele und so schwache Sterne und Himmelsobjekte damit beobachtet werden.

Das Gerät wird auch im Führungsbetrieb zum Einsatz kommen und wir freuen uns, allen Mitgliedern und Besuchern eine weitere Neuheit auf unserer Sternwarte Gahberg präsentieren zu können.


Leoniden Beobachtung am 17.11.1998

Ein Bericht von Georg Emrich

Zwei Tage bevor der mit Spannung erwartete Meteorregen der Leoniden unser Auge erfreuen sollte, zeichnete sich schon ab, daß uns das Wetter wieder einmal einen Strich durch die Rechnung machen würde.

Klaus Eder und ich entschlossen uns daher, einen Tag vor der vorausberechneten Maximumsnacht nach eingehendem Studium der Wetterkarten den Weg Richtung Süden über die Wetterscheide der Alpen einzuschlagen.

Am dienstag Vormittag ging es bei starkem Schneefall über die Tauernautobahn nach Kärnten und nach dem letzten Tunnel wurde unsere Entscheidung mit großen Wolkenlücken belohnt, die immer größer wurden.

Nach einer Lagebesprechung entschieden wir uns, auf die durch das ITT bekannte Emberger Alm zu fahren.

Es gab zu diesem Zeitpunkt nur sehr wenig Schnee in Kärnten und die Fahrt auf 1600 Meter war daher kein Problem.

Proviant wurde noch vorher eingekauft, übernachten wollten wir im Notfall im Auto.

die Emberger Alm ist ein beliebtes Sommer- und Winter-Tourismusgebiet und gut erschlossen.

Um diese Jahreszeit aber, bevor die Schisaison beginnt, gibt es nur sehr beschränkte Möglichkeiten für einen angenehmen Aufenthalt.

Um so mehr waren wir erfreut, als wir sehr freundlich von der Wirtin des Gasthofs Sattlegger aufgenommen wurden und auch ein warmer Tee zum Aufwärmen keine Umstände machte.

Als wir dann noch erzählten, daß wir heute Nacht vorhätten, draußen bei –13 Grad in Liegestühlen und Schlafsack den Himmel zu beobachten, war das Erbarmen groß genug, daß wir den Schlüssel zu dem doch um vieles wärmeren Schistall bekamen. Wir konnten uns sogar während der ganzen Nacht im Gastraum immer wieder aufwärmen und dabei durch die Panoramafenster Sternschnuppen beobachten.

Zu unserer Ausrüstung gehörten fünf Kameras, die auf einer Super Polaris Montierung montiert wurden.

Bis der Radiant um ca. 22.30 Uhr über den Horizont kam, vertrieben wir uns die Zeit mit Brettspielen, immer wieder wurde kurz nach draußen geschaut um die Meteoraktivität zu erkunden. Bis 23.30 Uhr war die Fallrate mehr als schwach und ein beginnender Sternschnuppenregen wurde mehr und mehr von uns angezweifelt.


Als dann jedoch gleich zwei Boliden mit –1 und –2 Mag Helligkeit kurz hintereinander eine Bahn zogen, brach das Meteoritenfieber doch noch einmal aus und wirkte bei den eisigen Temperaturen wie ein "geistreicher Jagatee".

Nächstes Jahr sind die Aussichten um einiges besser und wenn’s wieder schlechtes Wetter bei uns gibt, sind wir sicher wieder Richtung Süden unterwegs, und wenn wir bis nach ... fahren.

Um 3.30 entschlossen wir uns, die "halb erfrorenen Schlafsäcke" in den Schistall zu bringen.

Aber vorher gab‘s noch einen letzten Blick auf den tiefschwarzen Himmel mit den hell funkelnden Sternen, eine Sicht, die ich schon lange nicht mehr erleben durfte und mich an Australien und Neuseeland erinnerte, nur ein wenig wärmer war‘s dort.

 


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