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Folge # 155
Juli 2000

Astronomische Informationen für Mitglieder und Freunde des Astronomischen Arbeitskreises Salzkammergut
Informationstelefon: 07662 / 8297
STERNWARTE GAHBERG

Blitzschlag nahe der Sternwarte Gahberg

Mitte Juni kam es in unmittelbarer Umgebung der Sternwarte Gahberg zu einem direkten Blitzeinschlag. Die große Birke (siehe Bild), die nur rund 20 Meter von der Sternwarte Gahberg entfernt an der Gahbergstraße steht, wurde von einem Blitz getroffen. Große Rindenstücke wurden auf beiden Seiten aus dem Stamm gerissen.

Die Blitzspur ist vom Wipfel des Baumes bis in den Boden anhand der aufgerissenen Rinde zu verfolgen. Möglicherweise wird die schon ca. 100 bis 130 Jahre alte Birke an den Folgen dieses Einschlages und der daraus resultierenden großflächigen Rindenverletzungen eingehen.

Trotz der exponierten Lage dieses Baumes wurde diese Birke nach Aussagen der ansässigen Gahbergbewohner bisher noch nie vom Blitz getroffen. Glücklicherweise kam es auf der Sternwarte Gahberg zu keinen Schäden.

Meteorkamera zeichnete das Gewitter auf

Mit der Meteorkamera gelang auch eine Aufzeichnung des Gewitters. Der Einschlag selbst lag jedoch (leider) außerhalb der Aufnahmezeit der Kamera.

Blitz mit der Meteorkamera

Am Rechten Rand ist der Mond durch die Wolken zu sehen.

Umgebungsbild Sternwarte mit Birke


Ein Sommerkomet

Komet Linear - ein Feldstecherobjekt am Abendhimmel.

Eines vorweg - mit dem Jahrhundertkomet "Hale-Bopp" kann sich dieser Komet nicht messen, aber seit 1998 ist es der erste einigermaßen hellere Komet, der auf jeden Fall im Feldstecher unter günstigen Umständen sogar mit bloßem Auge zu sehen sein wird.

Vor allem ist die Auffindung dieses Kometen dadurch erleichtert, daß er von Mitte Juli bis Ende Juli sich in der Nähe bzw. im Sternbild Großer Wagen befindet und daher (von den Sternen des Großen Wagen als Orientierungshilfe aus) leicht aufgefunden werden kann.

Das Sternbild Großer Wagen befindet sich nach Einbruch der Dunkelheit im Nordwesten. Um den Kometen gut erkennen zu können, muß der Himmel ausreichend dunkel sein, damit der Kontrast zwischen dem nebligen Fleck des Kometen und dem Himmelshintergrund ausreicht um den Kometen gut erkennen zu können. Ab ca. 23.00 Uhr ist dies erst optimal. Unsere Aufsuchkarte zeigt daher die Position des Kometen zwischen dem 5.7.2000 und dem 3.8.2000 jeweils um 23:00 Uhr Sommerzeit.

Störendes Mondlicht wird leider um die Monatsmitte die Beobachtung erschweren. Das Licht des Vollmondes erhellt den Himmelshintergrund und dann sind nur die hellsten Teile des Kometen zu sehen. Gegen Monatsende hin werden die Bedingungen zwar besser, aber dann nähert sich der Komet immer mehr dem Horizont.

Auch unter günstigen Umständen wird der Komet aufgrund der Sonnennähe nicht höher als etwa 30° über dem Horizont sichtbar sein. Ein Beobachtungsplatz, der nach Norden unverbaute Sicht und möglichst wenig Streulicht bietet, wäre ideal geeignet.

Aktuelle Beobachtungen des Kometen zeigen leider wie üblich einen geringeren Anstieg der Helligkeit, wie er noch vor ein paar Wochen vorhergesagt wurde. Derzeit ist er mit einer Helligkeit von etwa m7.5 noch ein schwaches Nebelfleckchen im Feldstecher, kann aber gegen Ende des Monats immer noch hell genug werden, daß er ohne optische Hilfsmittel beobachtbar wird.

Von der Sternwarte aus konnten wir bislang das Objekt nicht fotografieren, da unsere Sicht nach Nordost durch Bäume eingeschränkt ist. Bis zur nächsten Ausgabe wird der Komet aber hoch genug stehen, daß wir hier ein Bild präsentieren können.

Schweres Hagelgewitter auf der Sternwarte

Sternwarte unbeschädigt

Am 4.7.2000 fegte in den Nachmittagsstunden ein schweres Hagelunwetter über das Salzkammergut. Der Gahberg lag in direkter Wetterlinie, wobei der Wind über den Attersee kommend ungebremst über Weyregg und die umliegenden Gemeinden hereingebrochen ist. 

Die Verwüstungen an Gebäuden und in der Natur waren dementsprechend umfangreich. 

Trotzdem hatten wir auf der Sternwarte unwahrscheinliches Glück: Weder am Sternwartengebäude selbst, noch an der doch sehr exponiert stehenden Meteorkamera entstand Schaden.

Der freiliegende Kugelspiegel der Meteorkamera überstand den Ansturm der Hagelkörner ohne sichtbare Spuren und auch die Lagerung der Kuppel wurde von der Sturmsicherung auf der Laufschiene gehalten.

Allerdings wurden die rund um das Sternwartengelände wuchernden Bennessel zu unserem großen "Bedauern" stark in Mitleidenschaft gezogen. Ebenso sind die Büsche, die unsere Sicht nach Süden ein wenig einschränken jetzt ziemlich entlaubt.

Aufsuchkarte Komet C/1999 S4 LINEAR


Wasser auf dem Mars gefunden?

Aktuelle Bilder der Mars Orbiting Camera (MOC) zeigen an einigen Kraterwänden und Steilabbrüchen Erosionsspuren, wie sie auf der Erde durch abfließendes Wasser erzeugt werden.

Typisch sind beispielsweise die mäanderförmige Vereinigung des Abflusses zu einer "V" Form, sowie das Freischwemmen von größeren Felsen durch Abtransport von lockerem Schutt durch das Wasser.

Die Position dieser Ausschwemmungen unterhalb des Kraterrandes lassen die Vermutung zu, daß durch den Einschlag ein tieferliegendes Grundwasser Reservoir freigelegt wurde, das sich in das Kraterbecken ergossen hat.

Im Internet kann man auf der folgenden Seite weitere Bilder und Informationen zu diesen Beobachtungen abrufen. Da die jährlichen Staubstürme auf dem Mars solche Strukturen binnen weniger Jahrzehnte vollständig zudecken können, geht man davon aus, daß diese Gebilde durchwegs jünger als 100 Jahre sein könnten.

Drainagespuren in Marskrater
Bildvergrößerung Drainagespuren in Marskrater
Möglicher Wasseraustritt in Mars Grabenbruch
 

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