|
dieses Dokument ist auch in folgenden Formaten
ladbar: Adobe PDF
Microsoft WinWord 2000 
 |
Folge # 167
Juni
2002
|
Astronomische Informationen für Mitglieder und Freunde des Astronomischen
Arbeitskreises Salzkammergut
Informationstelefon: 07662 / 8297
STERNWARTE GAHBERG |
Jahreshauptversammlung
Jahreshauptversammlung des Astronomischen
Arbeitskreises Salzkammergut am Freitag, dem 28. Juni um 19.00 Uhr
Gasthof Frickh (Gasthof Goldenes Schiff) am Marktplatz in Schörfling am
Attersee
Wir freuen uns über zahlreiche Teilnahme an dieser Versammlung. Für
den Fall, dass um 19.00 Uhr nicht mindestens 1/3 der Vereinsmitglieder
anwesend sind (160 Mitglieder), wird um 20.00 Uhr laut Satzung eine
außerordentliche Jahreshauptversammlung abgehalten, die ohne Rücksicht
auf die tatsächliche Zahl der Vereinsmitglieder beschlussfähig ist.
Tagesordnung: Entlastung der Funktionäre, Kassabericht 2001, Neuwahl
des Vorstandes, Festsetzung des neuen Mitgliedsbeitrages, Vorhaben,
Pläne, Anschaffungen 2002, Allfälliges. Wahlvorschläge für die neue
Vereinsleitung müssen schriftlich beim Obmann Erwin Filimon,
Sachsenstr. 2, 4863 Seewalchen bzw. mit E-Mail filimon@cso.at
einlangen.
|
|
Eine
sehenswerte astronomische Ausstellung gibt es derzeit in Oberösterreich
Harmonie der Welt
Georg von Peuerbach und Johannes Kepler
Ausstellung im Schloss Peuerbach, 26. April bis 3. November 2002,
Dienstag bis Sonntag 9-12 Uhr, 14-18 Uhr. Infos auch unter www.peuerbach.at
oder www.schlossmuseum-peuerbach.at
Sonnwendfeuer
am Gahberg
Bei Schönwetter findet am Samstag, dem 22. Juni 2002 um ca. 21.00
Uhr ein Sonnwendfeuer in der Nähe der Sternwarte Gahberg statt. Die
Sternwarte Gahberg ist vorher und nachher zu einer Sonderführung
geöffnet.
Führungen auf der Sternwarte Gahberg
- Donnerstag 20. Juni 22.00 Uhr: Mond und Venus
- Sonntag 30. Juni 22.00 Uhr: Venus
- Mittwoch 10. Juli 22.00 Uhr: Venus
- Samstag 20. Juli 22.00 Uhr: Mond und Venus
- Dienstag 30. Juli 22.00 Uhr: Venus
- Sonntag 10. August 21.00 Uhr: Nacht der Sternschnuppen
|
|
Mit mehr als 60 Teilnehmern war auch der diesjährige Astroworkshop
(3. bis 5. Mai 2002) des Astronomischen Arbeitskreises Salzkammergut im
Alpengasthof Kogler ein voller Erfolg. Die Sternfreunde aus Österreich
und Deutschland konnten sich über sehr interessante und
abwechslungsreiche Beiträge freuen: |
|
|
|
Stefan Pfeiffer / Dr. Oskar Ritter
Günther Kerschhuber
Robert Orso
Mag. Franz Klauser
Michael Karrer
Stefan Pfeiffer
Erwin Filimon
Wolfgang Ransburg
Wolfgang Meirich
Bernhard Hubl
Ing. Fritz Sussmann
Erwin Filimon
Herbert Csadek
Rudolf und Thomas Conrad
Dr. Karl-Horst Eberle
DDr. Primik
alle Workshopteilnehmer
Optik- und Teleskopprüfung
Teleskop- und Zubehörstand
|
Sonnenfinsternis 2001 in Lusaka - Diavortrag
Meine mobile CCD-Sternwarte
Wie scanne ich meine Astronomiebilder richtig
Meine Sternwarte in Puchenstuben
Beobachten mit dem Binokular
Schwere Teleobjektive stabil montieren
Die Feuerkugel vom 6. April 2002
Neues Zubehör für die Amateurastronomen
Von der Dach- zur Kuppelsternwarte
Mein mobiles 30 cm Teleskop
Meine Sternwarte in St. Radegund
Meine Wege in die Astronomie
Die Astro-Farm Hakos in Südwestafrika
Sonnenfinsternis 2001 in Lusaka - Filmbeitrag
(Wieder-)Aufbau einer kleinen Sternwarte
Meine Gartensternwarte bei Amstetten
Erfahrungsaustausch über die Phillips Webcam und ihre in der Astronomie
durch Alois Ortner und Wolfgang Rohr
Wolfgang Ransburg - Fa. Teleskop-Service |
Werte Sonnenfinsternis-Interessenten !
|
|
Nach dem großen Erfolg des AUA-Charterfluges zur totalen
Sonnenfinsternis 2001 (die positiven Nachrichten gingen durch alle
österreichischen Medien), erlauben wir uns, Sie auf eine
Projekt-Fortsetzung aufmerksam machen zu dürfen. Es ist wieder ein
spezieller AUA-Direkt-Charterflug zur totalen Sonnenfinsternis am
4.12.2002 geplant. Es handelt sich um eine Kurz-Reise mit etwa 58
Stunden Dauer um ca. Euro 1650.-. Für Teilnehmer aus Deutschland und
anderen europäischen Ländern, wird es wieder stark verbilligte
Zubringerflüge (Spezialpreise) geben. Das SOFI-Projekt 2002 wird auch
wie bei der vergangenen Finsternis 2001 in Sambia, von der "Astrostation-Conrad"
und dem Veranstalter "Astronomy-Travel, LLC" gemeinsam
gestaltet und durchgeführt. Der Flug findet statt, wenn sich mehr als
200 Teilnehmer finden !
|
Hier der Programmablauf in Kürze:
2.12.02 Abflug von Wien um etwa 19:00 Uhr MEZ 3.12.02 Landung am
Morgen, im Norden Südafrikas mit Bustransfer nach Louis Trichardt zur
Unterbringung (Quartier) 4.12.02 Gegen 5:00 Uhr Ortszeit Bustransfer zum
Beobachtungsplatz nahe der Zentrallinie zur Beobachtung/Fotografie.
Totalitätsdauer ca. 1 Min 25 sec bei 42° Sonnenhöhe. Am Nachmitag,
erfolgt die Rückfahrt mit Bussen z. Flughafen und Abflug um ca. 20:00
Uhr OZ 5.12.02 Landung um ca. 5:00 Uhr MEZ in Wien Wenn Sie gerne an
dieser Kurz-Reise teilnehmen möchten, sehen Sie bitte auf der Homepage
unter: http://www.astronomie.at/asc
nach, denn dort finden Sie alle Details zu dieser Reise und auch eine
Anmeldemöglichkeit.
Mit freundlichen Grüßen, Thomas Conrad
|
Sternwarte Aktuell
|
Sternwarte
In den letzten beiden Mai-Wochen wurden auf der Sternwarte einige
Arbeiten durchgeführt, die dazu beitragen sollen, den Beobachtungs-
komfort zu steigern und die Infrastruktur zu verbessern.
Zuerst wurde die AD6-Außenmontierung dem schon lange anstehenden
Service unterzogen. Dabei wurde die Elektrik und Elektronik
überarbeitet und die neu angeschaffte FS2- Koch Steuerung in Betrieb
genommen. Mit dieser Steuerung kann nun das Teleskop schneller und
einfacher betrieben werden. Bei diesem Umbau wurde darauf geachtet, dass
auch noch die "alte" Motorsteuerung zum Einsatz gebracht
werden kann, falls es irgendwann einmal Problem mit der neuen Steuerung
geben sollte. Darüber hinaus wurden noch kleinere Verbesserungen
angebracht um in Zukunft problemloser arbeiten zu können. Die
überarbeitete AD6-Montierung entspricht nun dem Stand der Technik und
wird den Aktiven wieder mehr Freude bereiten.
Nach einigen Jahren ist es nun auch nötig geworden, den
Treppenabgang zur Sternwarte zu erneuern. Stefan Pfeiffer hat sich
bereit erklärt diese aufwändigen Arbeiten durchzu- führen. Dazu
musste er einen kompletten Treppenabgang aus Stahlbeton zu Hause
anfertigen. Letzte Woche konnte nun der Schwer-Transport zur Sternwarte
durchgeführt werden.
|
Es ist geplant nach einer der nächsten Führungen den Umbau
durchzuführen und zu einem Abschluss zu bringen. Dazu wird ein
Kleinbagger benötigt, da diese Arbeit umfangreiche Grabungsarbeiten mit
sich bringt. Nach diesem Umbau kann die Sternwarte über komfortable
Stiegen erreicht werden. Schon im Frühjahr haben Georg Emrich und seine
Freundin Sabine die Sternwarte neu gestrichen und dem Holz wieder neue
Farbe gegeben. Nach dem jährlichen Frühjahrs-Putz erstrahlt die
Sternwarte wieder in neuem Glanz und steht für die heurige Saison
bereit, um Astronomieinteressierten die Möglichkeit zu geben, mehr
über dieses schöne Hobby bei den öffentlichen Führungen zu erfahren.
Hannes Schachtner und Klaus Eder
Astronomiewetter im Testbetrieb
Wir planen, die Sternwarte Gahberg ans Internet direkt
anzuschließen. Sobald dies erfolgt ist, wird es möglich sein, mit
unserer 2001 gekauften digitalen Wetterstation die Wetterwerte der
Sternwarte auf unser Homepage abzulesen. Der Testbetrieb (mit den Daten
von Attnang-Puchheim) läuft bereits und kann unter
http://www.astronomie.at/wetter
angesehen werden. Kurt Föttinger, Sven Berger und Markus Müllechner
betreuen dieses Projekt.
|
Beobachtungsberichte zur Meteorerscheinung vom 6. April
|
|
Die folgenden Berichte sollen Ihnen einen Eindruck dieses imposanten
Ereignisses geben. Manche der Texte wurden gekürzt, wir bitten die
Beobachter um Verständnis.
Eine sehr helle Feuerkugel erhellte in der Nacht am Samstag, dem 6.
April 2002, um 22:20:18 Uhr MESZ (UT + 2h) große Gebiete von
Westösterreich und Südbayern.
Die Feuerkugel wurde von vielen Beobachtern über dem Gebiet von
Zentraleuropa beobachtet. Außer durch zahlreiche Augenzeugen wurde die
Feuerkugel auch durch zahlreiche wissenschaftliche Geräte
aufgezeichnet. Die interessantesten Ergebnisse wurden durch das
systematische Langzeit- Fotografie-Programm - das Europäische
Feuerkugel Netzwerk (EN) erzielt. 5 deutsche, eine tschechische und eine
österreichische Station konnten die Feuerkugel aufzeichnen. Jede dieser
Stationen ist mit einer All-Sky-Kamera ausgerüstet, die die ganze Nacht
geöffnet ist und der gesamte Himmel wird auf einer Aufnahme
fest-gehalten. Die meisten tschechischen Stationen hatten am 6. April
bewölkten Himmel.
|
Die fotografischen Aufnahmen sind sehr wichtig für die Bestimmung der
atmosphärischen Flugbahn, einschließlich der Vorhersage des
Meteoriten-Fundgebietes und zur Berechnung der heliozentrischen
Umlaufbahn.
Zusätzlich zu den fotografischen Aufnahmen wurde die Feuerkugel von
drei radiometrischen Systemen in Tschechien am Ondrejov Observatorium
und auf der Kunzak Station registriert. Diese Stationen geben
grundsätzliche Informationen über die Helligkeitsentwicklung und
maximale Helligkeit der Feuerkugel, sowie über die exakte Uhrzeit.
Weiters wurde die Feuerkugel von zwei speziellen Stationen in Freyung,
Deutschland und Deelen, Holland und auch von mehreren seismischen
Stationen in Österreich, Süddeutschland und der Schweiz registriert.
Alle folgende Ergebnisse basieren auf den oben erwähnten fotografischen
und radiometrischen Daten, die durch das EN Beobachtungsprogramm erzielt
wurden. Alle Berichte wurden vom Ondrejov Observatorium, dem Zentrum des
europäischen Feuerkugel-Netzwerkes, vermessen und reduziert.
|
Bericht von Dr.Pavel Spurny Astronomical Institute of the Academy of
Sciences, Ondrejov Observatory, The Czech Republic
E-mail: spurny@asu.cas.cz
Die Feuerkugel begann ihre ca. 92 km lange Leuchtbahn bei der
geografischen Höhe von 85,6 km ca. 15 km nordöstlich von Innsbruck
(Österreich) 11,564 Grad östl. Länge und 47,304 Grad nördl. Breite.
Die größte Helligkeit von ca. - 18 absoluter Helligkeit wurde in einem
Helligkeitsausbruch in einer Höhe von 21 km nahe Garmisch-Partenkirchen
(Deutschland) 10,91 Grad östl. Länge und 47,51 Grad nördl. Breite
gemessen. Die Feuerkugel endete bei einer Höhe von nur 15,8 km ca. 20
km westlich von Garmisch-Partenkirchen. (10,85 Grad östl. Länge und
47,53 Grad nördlicher Breite). Ein solch tiefes Eindringen einer
Feuerkugel ist sehr selten und diese Feuerkugel gehört zu den tiefsten
jemals fotografierten Feuerkugeln in der Geschichte. Alles deutet auch
darauf hin, dass einige Teile der ursprünglichen Masse den
Verglühprozess in der Atmosphäre überlebten und am Boden als
Meteoriten landeten. Der Winkel der atmosphärischen Spur zur
Erdoberfläche maß 49,5 Grad. Die Feuerkugel trat mit einer
Geschwindigkeit von 20,9 km/sec in die Atmosphäre ein und verlangsamte
sich während des Fluges wesentlich auf 4 km/sec, als der
Verglühprozess endete. Diese Feuerkugel gehört gemäß ihrem
dynamischen Verhalten in der Atmosphäre zur Feuerkugel Typ I die
normalerweise durch steiniges Material gekennzeichnet ist. Die
ursprüngliche dynamische Masse des eintretenden Meteors waren ca. 500
kg und das meiste dieser Masse verglühte und nur ca. 30 kg dieser
Gesamtmasse konnten in mehreren Fragmenten am Boden landen. Das
Einschlagsgebiet ist relativ groß, es ist mindestens einige km lang und
1 km breit. Die Hauptteile werden östlich von Schwangau (Deutschland)
liegen. Kleinere Teile könnten auch im österr./deutschen Grenzgebiet
westlich von Garmisch- Partenkirchen gefunden werden. Das gesamte Gebiet
ist hochalpin, was sehr unvorteilhaft für jede systematische Suche ist.
Von der genauen Zeit der Feuerkugelerscheinung, seiner ursprünglichen
Geschwindigkeit und seiner Radiantenposition errechneten wir die
heliozentrische Umlaufbahn. Wir fanden heraus, dass der Körper vor der
Kollision mit der Erde die Sonne auf einer elliptischen Bahn mit
folgenden Bahnelementen umrundete. Diese Art der heliozentrischen Bahn
ist für Feuerkugeln, die sehr tief in die Erdatmosphäre eindringen und
Meteoriten produzieren, typisch. Die Sonnenferne dieser Bahnen liegen im
Hauptgürtel der Asteroiden und daher wird der Ursprung aus dem
Asteroidengürtel angenommen.
|
Jedoch hat die heliozentrische Bahn dieser Feuerkugel eine sehr
spezielle Ausnahme. Es wurde festgestellt, dass diese Bahn dieselbe ist,
wie die Bahn des erstfotografierten Meteoritenfalls in der Geschichte -
des Pribram Meteoritenfall am 7. April 1959. Beide Bahnen sind so
ähnlich, dass es keinen Zweifel gibt, dass beide Körper denselben
Ursprung haben. Das ist ein sehr wichtiger Hinweis für die Existenz der
Asteroidenströme und Meteorströme wie von Halliday und anderen
vorgeschlagen. Von der Beobachtung der beiden Körper wissen wir, dass
beide Körper weit entfernt voneinander auf der Umlaufbahn waren als der
Pribram Meteorit mit der Erde zusammenstieß. Es deutet darauf hin, dass
viele solcher Körper auf dieser Bahn sein müssen, da es die
fantastische Gelegenheit für Fotografen gab, innerhalb von nur 43
Jahren im selben Gebiet zwei Meteoritenfälle mit derselben Bahn zu
fotografieren. Es verdeut-licht auch, warum es notwendig ist, solche
Langzeit- Beobachtungsprogramme durchzuführen, wie es das europäische
Feuerkugel Netzwerk (EN) macht.
Berta Winkler, Erich Meyer und Erwin Obermair:
Sternwarte Davidschlag
Für einige Aufnahmen des Kometen Ikeya - Zhang waren Berta Winkler,
Erich Meyer und ich, Erwin Obermair, am Samstag den 6. April 2002 zur
Privat-Sternwarte nach Davidschlag gefahren. Ab etwa 21h45 begann Erich
Meyer mit seinen CCD - Aufnahmen, für die Positionsbestimmung von
Kleinplaneten. Zufällig hielten sich Berta Winkler und ich südwestlich
der Sternwarte auf, als plötzlich Frau Winkler erschrocken aufschrie,
um auf etwas hinter mir aufmerksam zu machen. Meine Blickrichtung war
zur Sternwarte gerichtet, als diese gleichzeitig von einen hellen
Schein, wie der von einem Autoscheinwerfer aus etwa l km Entfernung,
aufgehellt wurde. Die Lichtintensität war unregelmäßig und etwa dem
Halbmond entsprechend.
|
|
Man konnte jedoch keine deutlichen Farben erkennen, lediglich die Wiese
erschien in einem fahlen Grün. Auf der weißen Sternwartewand, bewegte
sich der Schatten von Berta Winkler rasch, obwohl diese vor Schreck
stillstand. So schnell als möglich drehte ich mich um und sah eine
helle grünliche Feuerkugel mit kurzen gelben bis rötlichen Schweif.
Sie bewegte sich rasch zum Südwest-Horizont und zerbrach bei etwa 5°
Höhe in mindestens 3 Teile, die gleich darauf erloschen. Die scheinbare
Größe des "Kopfes" schätzten wir auf halben
Monddurchmesser. Ich stürmte in die Sternwarte wo unsere Funkuhr gerade
22h20m26s zeigte. Die Zeit die zwischen den aufleuchten des Meteors und
der Ablesung verstrichen war dürfte bei etwa 30 Sekunden liegen. Danach
rekonstruierten Frau Winkler und ich gemeinsam die Flugbahn des
Objektes. Sie sah die Feuerkugel zuerst nur aus dem Augenwinkel,
östlich von Procyon auftauchen. Der Meteor bewegte sich in Richtung des
unteren östlichen Orionsterns Saiph wo dann das Schauspiel endete. Die
Zeitdauer der Leuchterscheinung nahmen wir mit 4-5 Sekunden an. Das
Objekt hatte keine für uns erkennbare Rauchspur hinterlassen. Während
des Aufleuchtens waren keine Geräusche wahrzunehmen. Trotz aufmerksamen
horchen, konnten wir bis etwa 8 Minuten nachher nichts
außergewöhnliches hören. Die Helligkeit der Leuchterscheinung dürfte
bei etwa -8 bis -10 Magnituden gelegen sein, wobei in Horizontnähe ein
Wolkenstreifen und mit zunehmender Tiefe vermehrt Dunst die Sicht
beeinträchtigten.
Sascha Marand:
Ich stand am 06.04.02 mit dem Auto an der Kreuzung in der Fürsten Allee
(Salzburg). Ich sah aus dem seitlichen Autofenster und plötzlich sah
ich in ca. 40-50 Meter Höhe einen Steil abfallenden blauen Lichtball.
Zuerst dachte ich an einen Feuerwerkskörper. Der Lichtball ging in der
Gegend Altersheim und Schloss Leopoldskron nieder. Ob er aufschlug
konnte ich leider durch davor stehende Häuser nicht sehen.

|
Thomas Kloss:
Ich hatte am 6-4-02 um 22h22 in St. Michael (Salzburg) in Blickrichtung
Westen eine riesige Sternschnuppe gesehen. Durch die Größe muss es fast
zu einer Erdberührung gekommen sein.
Gerald Lasnik, 8572 Bärnbach
Beim zufälligen Blick aus dem Fenster sah ich diese Feuerkugel ab einer
Höhe von etwa 60° (Begrenzung durch Fenster).
Erscheinungsform: analog einer Leuchtkugel aus einer Signalpistole. Sehr
heller (grell) leuchtender Kopf, umgeben von weniger hellen Hülle.
Heller, spitz zusammenlaufender Schweif, kurz nachleuchtende schmale Spur.
Farben weiß, rot, blau. Größe: etwa Vollmond Durchmesser, Schweiflänge
ca.3-4°. Bewegungsrichtung: durch das Sternbild ORION steil zum Horizont,
Berührungspunkt etwa WNW, Positionswinkel ca.280°. Sichtbarkeit: ca. 2
Sekunden (Sichtwinkel durch Fensterbegrenzung etwa 60°). Feuerkugel
verschwand ohne Helligkeitsänderung hinter dem Horizont. Anmerkung: War
ein beeindruckendes, irgendwie unwirklich erscheinendes Ereignis. Ich
dachte im ersten Augenblick wirklich an eine Leuchtkugel, eine
Feuerwerksrakete o.ä.
Johannes Greifeneder:
ich möchte nur kurz von meiner Feuerkugel- Beobachtung am Samstag Abend
berichten: Ich wohne in Neumarkt /Wallersee, im Ortsteil Thalham. Ich
konnte die Erscheinung bei einem zufälligen Blick aus unserem
Küchenfenster in etwa südwestlicher bis westlicher Richtung beobachten.
Von der Helligkeit her hielt ich die Erscheinung zunächst für einen
Feuerwerkskörper oder eine Leuchtkugel einer Signalmunition, wie sie die
Segler bei uns am See gelegentlich bei privaten Festen abfeuern. Nur
passte natürlich die hohe Geschwindigkeit und der Kurs der Erscheinung,
in einem Winkel von geschätzten 60 Grad von links oben nach rechts unten
in meiner Blickrichtung (verzeihen Sie die etwas laienhafte Darstellung)
nicht zu diesem Eindruck. Ich glaube mich zu erinnern, zwei Licht
Erscheinungen parallel erkannt zu haben, eine davon deutlich heller, die
andere knapp daneben und etwas versetzt. Insgesamt war die Erscheinung
schweifförmig mit einem helleren Maximum an der Spitze.
Franz Berger:
Es war meiner Meinung nach kurz nach 22:15Uhr. Irgendwo zwischen Traun und
Sattledt (A1), schweifte ein sogenannter "Feuerball" von der
linken Seite kommend zu Boden. Er strahlte rot-bläulich verglühte meiner
Ansicht nach vollkommen, da er ca.100m über Boden zu leuchten aufhörte.
Lukas Fichtinger: Geinberg, OÖ
Am Abend des 6. April beobachtete ich im Süden um 22:20 (ich sah die Zeit
auf meinem funkgesteuerten Wecker) eine helle Lichterscheinung, die ich
zuerst für einen Feuerwerkskörper hielt. Sie war an der Spitze türkis
und zog einen hellen, gelben Schwanz hinter sich her. Der Himmel wurde von
ihr kurzzeitig komplett erhellt.
|
Internetmeldung anonym:
Es war um ca. 22:25 Uhr als der Himmel plötzlich grün erhellt wurde.
Dann sah ich eine Art riesige Sternschnuppe, und dann verschwand sie
wieder. Zuerst dachte ich mir, dass jemand eine Rakete geschossen hatte,
aber wer sollte um die Zeit eine Rakete schießen?? Dann dachte ich auch
sofort an einen Meteoriten. Ich wohne in 4070 Eferding, in
Oberösterreich.
Iris Reiter:
Ich wollte bekannt geben, dass ich/wir am SA den 6.4.02 um ca. 22.25 Uhr
etwas seltsames am Nachthimmel beobachteten! Die Farbe dieses Balles, der
einen kleinen glühenden Schweif hinter sich herzog, war blau-grün und
das aufregende an der ganzen Sache ist, dass, als dieser Brocken
vermutlich auf die Erdoberfläche aufschlug ein kleiner heller Lichtkegel
aufstieg der womöglich von einer Explosion herrührte. Wir konnten das
daher so gut beobachten, weil der Ort des Geschehens max. 1/2- 1 Kilometer
Luftlinie entfernt war. Den genauer Ort würde ich wahrscheinlich nicht
mehr finden, oder doch, aber ich versuche auf diesem Weg so genau als
möglich zu beschreiben! Wie gesagt: Fahrtrichtung Wels, zwischen
Abbiegung nach Wallern und dem neu errichteten Kreisverkehr, rechts der
Fahrbahn, also irgendwo in oder um Bad Schallerbach! An eine kleine Kuppe
mit Wald kann ich mich noch erinnern und dahinter ging der Meteor nieder.
Diese Kuppe ist auch der Grund weshalb wir den Einschlag nicht direkt
sehen konnte, aber der helle Schein ließ uns drauf schließen.
Thomas Kastenhuber: Bad Wimsbach
Ich habe am Samstag (um ca. 22.Uhr 20) diesen Feuerball beobachtet! Er
kam von W und er glühte bläu und grün-lich und hellte die Umgebung sehr
stark auf, als erster dachte ich mir es wäre ein Feuerwerk doch um diese
Zeit? Das Objekt ging relativ langsam Richtung O zu Bode man konnte es
also sehr lange sehn man hörte auch kurz darauf einen Knall.
Josef Schörgenhumer: 4754 Andrichsfurt beobachtete ca. 7 km
nördlich von Ried, um ca. 22.20 Uhr, aus dem Fenster, sah aus wie Rakete,
hell grün bis gelb, flog waagrecht ca. 10 bis 12 Grad über dem Horizont
von Osten nach Westen (von links nach rechts) Richtung NW.
Hr. Schobesberger:
Frankenmarkt aus Fenster, kurzer Blitz, wie Gewitterblitz
Philipp Teutsch: Mils, Tirol
Am Samstag, den 6. April 2002, beobachtete ich abends Galaxien im
Großen Bären von meiner Sternwarte aus. Als ich um 22:21 MESZ die recht
helle Galaxie NGC 3877 nahe Chi UMa mit meinem C8 beobachtete, wurde das
Bildfeld im Teleskop plötzlich strahlend hellblau, mit einer Helligkeit,
die einem klaren Spätnachmittag entspricht. Alarmiert und verwundert
zugleich blickte ich auf - und sah etwas östlich vom Zenit den hellsten
Meteor, den ich in 22 Jahren Beobachtungen unter dem Nachthimmel gesehen
habe. Es war ein leuchtend tiefblauer Ball, viel heller als der Vollmond,
mit einem Durchmesser von etwa 7 Grad und einem Schweif von 40-50 Grad mit
langen, hell leuchtenden Strömen von hauptsächlich strahlend blauer und
oranger Farbe.
|
Die Feuerkugel erleuchtete das Inntal so hell, dass man so deutlich wie am
Tag den Schnee auf den Bergen sehen konnte. Dieser strahlende Feuerball
bewegte sich fast durch den Zenit und verschwand nach etwa 5 Sekunden bei
einem Azimut von 288 Grad (ca. WNW) in 8 Grad Höhe hinter einem Berg.
Etwa zweieinhalb Minuten später hörte man einen lauten Knall, wie von
einer Kanone abgefeuert. Dieser Knall kam genau aus der Richtung, in der
Meteor am Horizont verschwunden war und dauerte etwa 2 Sekunden. Ansonsten
war die Erscheinung der Feuerkugel vollkommen lautlos verlaufen. Diese
Verzögerung deutet auf eine Entfernung von ungefähr 50 km von meinem
Standort hin.
Die Bewegungsrichtung war genau in Richtung Zugspitze, wo ein dreifacher
Lichtblitz und ein um etwa 2 Minuten verzögertes mindestens 30-Sekunden
anhaltendes lautes Donnergrollen vom Meteorologen Werner Hahmann vom
Deutschen Wetterdienst (DWD) vom Gipfel der Zugspitze (2962m) aus
beobachtet wurde. ("Erst zuckten drei Blitze über den Himmel, dann
folgten nach ungefähr 2 Minuten Explosionsgeräusche. Sie waren sehr laut
und dauerten mindestens eine halbe Minute.". Die Lichtblitze dürften
nach seiner Beobachtung etwa in Azimut 250 Grad am hellsten gewesen sein.
Jedoch berichtete er mir, dass der Verkehrspilot Michael Weigl bei der
Rückreise aus dem Urlaub auf einem Parkplatz in Bozen um 22:20 MESZ in
Richtung Nordwesten nahe am Horizont drei oder vier rötlich-gefärbte
Feuerkugeln sah, die sehr knapp hintereinander flogen. Das würde
bedeuten, dass die Feuerkugel kurz nach meiner Sichtung in drei oder vier
Teile zerbrochen ist.
Bayrische Amateurastronomen sahen die Feuerkugel von Bad Tölz aus im SW
und maßen eine Verzögerung von 4 Minuten zwischen Lichtblitz und Donner
(lt. Bad Tölzer Zeitung).
Von Philipp Salzgeber (Vorarlberg), der zuerst an ein Feuerwerk dachte,
als er durch das Fenster im Wohnzimmer blickte, stammt folgende
Information (E-Mail):
"Von Wolfurt aus haben wir den unteren Teil der Bahn (Horizont bis
ca. 20Grad Höhe) ziemlich genau (+10Grad) in Richtung Osten gesehen. Wir
saßen in der Wohnung, mit geschlossenen Fenstern. Die Bolidenbruchstücke
sahen wir DURCH die Gardine! Wie viele es waren kann ich nicht
sagen."
Josef Scharmüller: Schörfling
Ich fuhr mit meinem PKW am Samstag, den 06.04.2002 aus Oberhehenfeld
kommend auf der Marktwaldstraße Richtung Schörfling, als plötzlich um
ca. 22.20 Uhr ein Feuerball in der Größe, des bei Vollmondnacht aus
Sicht der Erde sichtbaren Mondes zu Boden stürzte. Auffallend war der
eher geringe Einfallwinkel - meiner Meinung nach maximal 130 Grad. Da
meine Fahrtrichtung nach Norden war, sah ich den Feuerball auf der linken
Seite, über den Häferlberg kommend, also von westlicher, bzw.
nordwestlicher Richtung. Der Feuerball hatte eine sehr große
Geschwindigkeit - sodass man den vermutlichen Einschlag in der näheren
Umgebung schwer folgen konnte. Zunächst dachte ich an eine Sternschnuppe,
doch die Größe, die Nähe und der flache Einfallwinkel ließen sofort
etwas anderes vermuten.
|
Rupert Marko: Rutzenmoos
Aussehen: wie eine übergroße Feuerwerksrakete, kugelförmiger
Vorderteil, farblich pulsierend zwischen orange-rot und grün
(Absprengungen?), Schweif: gelb bis helles orange. Starke Helligkeit -
Hausdächer und Landschaftsteile leicht (pulsierend) erhellt.
Geschwindigkeit: vom Beobachtungsstandort ca. wie eine Feuerwerksrakete
Soweit einige Berichte, die den Fall der Feuerkugel aus verschiedenen
Richtungen schildern. Die angeführten Berichte geben insgesamt ein recht
stimmiges Gesamtbild vom Geschehen am 6. April um 22:20 MESZ.
|
Wir freuen uns sehr, dass es uns wieder gelungen ist, einen derart
spektakulären Fall mit der Meteoritenortungskamera am Gahberg zu
fotografieren. Auch am 17.1.1992 konnten wir einen ähnlich großen Meteor
fotografieren. Es ist die einzige bekannte Aufnahme der Feuerkugel in
Farbe. Vermutlich ist es weltweit die einzige Farbaufnahme einer
Feuerkugel, die so tief in die Erdatmosphäre eingedrungen ist.
Auch in den nächsten Jahren ist zu erwarten, dass es um den 6. und 7.
April Feuerkugeln geben kann, die mit diesen beiden aus 1959 und 2002 in
Verbindung stehen.
Anmerkungen zur Feuerkugel von Erwin Filimon
|
Buchspende
Von Frau Altendorfer aus Gmunden haben wir eine umfangreiche
Bücherspende erhalten. Wir danken herzlichst.
Komet Ikeya-Zhang
war ein schönes Objekt am Abendhimmel. Unter guten Bedingungen
war der Komet auch mit bloßem Auge zu erkennen. Eine Fotosauswahl unserer
Ergebnisse finden Sie schon jetzt auf unserer Homepage. Die besten Fotos
werden wir in der nächsten Astro-Info veröffentlichen.
|
www.heavens-above.com
Auf dieser Internetseite finden Sie allgemeine Informationen
über den Sternenhimmel und es können für Ihren Standpunkt die
Sichtbarkeiten von Satelliten, dem Space Shuttle und der internationalen
Raumstation ISS berechnet werden.
|
Neues Buch zum Thema Astrofotografie
|
Die Vereinigung der Österr. Amateur Astronomen haben nun den zweiten
Band zum Thema Astrofotografie herausgegeben. An diesem Buch hat auch
unser Vorstandsmitglied Rudolf Conrad mitgearbeitet. Beide Bände dieser
Reihe zum Thema Astrofotografie kosten jeweils € 8,-- (zusammen €
16,--) +Porto und können ab sofort bei den Führungen auf der Sternwarte
Gahberg bzw. durch Bestellung via Internet unter info@astronomie.at
oder schriftlich (Sternwarte Gahberg, Sachsenstr. 2, 4863 Seewalchen)
bestellt werden. Beide Bücher sind eine wertvolle Hilfe für Einsteiger
und Fortgeschrittene Astrofotografen.
|
|