Home ] Nach oben ] Astro-Info 170 ] Astro-Info 171 ] Astro-Info 172 ] [ Astro-Info 173 ] Astro-Info 174 ] Astro-Info 176 ]


dieses Dokument ist auch in folgenden Formaten ladbar: Adobe PDF PDF (1.8MB)

ainfowt.gif (2205 Byte)

Folge # 173
Mai
2003

Astronomische Informationen für Mitglieder und Freunde des Astronomischen Arbeitskreises Salzkammergut
Informationstelefon: 07662 / 8297
STERNWARTE GAHBERG

Partielle Sonnenfinsternis bei Sonnenaufgang – Samstag 31. Mai 2003

Aufnahme der partiellen Phase der ringförmigen Sonnenfinsternis vom 30. Mai 1984 in Marokko von Erwin Filimon

Eigentlich ist es eine ringförmige Sonnenfinsternis, die in Österreich jedoch nur partiell gesehen werden kann.

Bei uns geht die Sonne am Samstag, dem 31. Mai 2003 als schmale Sonnensichel am Nord-Osthorizont auf. Das ist ein besonders reizvoller Anblick. Interessant ist aber auch die Dämmerung, die durch die ca. 70 % verfinsterte Sonne dunkler sein wird.

Je tiefer der Horizont umso früher kann die Sonne gesehen werden und umso länger ist die Sonnenfinsternis zu sehen. Mit Sonnenaufgang am Horizont wird vielerorts bereits die maximale Phase der Sonnenfinsternis erreicht. Wenn höhere Hügel oder Berge die Sicht beeinträchtigen, kann es passieren, dass die Sonne erst aufgeht, wenn die Sonnenfinsternis bereits vorüber ist.

 

Es ist daher sehr wichtig, einen Beobachtungsort mit sehr tiefer Sicht nach Nordosten auszuwählen.

Die Sternwarte Gahberg liegt diesmal sehr ungünstig
Die Sternwarte Gahberg bietet diesmal leider keine guten Voraussetzungen. Wald beeinträchtigt am ganzen Gahberg die Sicht nach Nordosten. Wir können daher die Sternwarte Gahberg nicht benützen.

Wir haben hier zwei Vorschläge:

  • Der Gmundnerberg bei Altmünster. Dort ist in der Nähe des Gasthauses eine sehr gute Sicht nach Nordosten.
  • Entlang der Straße von Weißenkirchen im Attergau in Richtung der Ortschaften Egg bzw. Geßlingen. Hier ist entlang der ca. 3 km langen Straße immer eine optimale Horizontsicht gegeben.

Es gibt regional noch viele andere günstige Beobachtungsorte, die wir hier leider nicht alle aufzählen können.
Der Sonnenaufgang findet am 31. Mai gegen 5.00 Uhr früh statt. Regional ist der Sonnenaufgang sehr unter-schiedlich. Gegen 6.20 Uhr endet die Sonnenfinsternis.
In Österreich kann der Sonnenaufgang/Sonnenuntergang zwischen dem Burgenland und Vorarlberg um ca. 30 Minuten variieren.

Wer die Sonne als Sonnenring sehen möchte, muß nach Grönland, Island und das nördliche Schottland reisen.

Bei einer ringförmigen Sonnenfinsternis ist der Mond am Himmel im Durchmesser kleiner als die Sonne und daher nicht in der Lage die Sonne total zu bedecken – es bleibt ein dünner Sonnenring in der maximalen Phase übrig.

Achtung bei der Beobachtungen der Sonne

Das Sonnelicht kann zwar beim Sonnenaufgang durch Dunst- und Nebel entsprechend abgeschwächt sein, trotzdem sollte man die Sonnenfinsternisbrille aus dem Jahr 1999 verwenden. Zur Fotografie und Beobachtung mit dem Teleskop oder für die Verwendung mit Teleobjektiven erhält man bei Astrofachhändlern preiswerte Sonnenfilterfolien.

Wer einen Folien-Sonnenfilter benötigt, kann diesen in der entsprechenden Größe auch bei uns beziehen. Bitte Größe in cm angeben. Ein Stück 10 x 10 cm kostet 3,50 € + Porto. Folienstücke sind bis zu einem Format von 20 x 30 cm erhältlich. Bestellungen an info@astronomie.at oder an Tel.Nr.: 07662-6490 (Filimon) abends.

 


Die Umbauarbeiten der Sternwarte Gahberg

haben am Montag, dem 14. April begonnen. Die Bauleitung wurde von Stefan Pfeiffer aus Lenzing übernom-men. Er wurde dabei von Dipl.Ing. Hochwimmer aus Gmunden unterstützt. Ein herzlicher Dank des Vereines an die beiden Mitglieder für ihre tagelangen Bemühungen.

Die Bauausführung erfolgte durch die Firma Hammertinger, Hoch- und Tiefbau aus Neukirchen a.d. Vöckla. Die Erdarbeiten beim Neubau der Stiege 2002 wurden bereits durch die Fa. Hammertinger erledigt.

Auch einen herzlichen Dank an jene, die bei den Vorbereitungsarbeiten und Nacharbeiten geholfen haben: Klaus Eder, Hannes Schachtner, Dipl.Ing. Carl Kretz, Erwin, Gerald und Michael Filimon, Harald Strauß, Sven Berger, Sonja Spiesberger, Waltraud Fellinger, Kurt Föttinger, Gert Kroner .

Für den Umbau musste der Hang in einer Länge von 14 Meter großflächig abgetragen werden. (An dieser Stelle stand noch 1950 ein Bauernhaus.) Dabei kamen die Mauerreste, die aus großen Natursteinen bestanden, sowie die mit Baumstämmen befestigte Jauchegrube und der Misthaufen zutage. Da vom Westhang aus dem Lehm Sickerwasser zutage tritt, mussten die Fundamente des Anbaues und des Montierungssockels aufwendig draina-giert werden.

 

Für die neue Schiebedachhütte wurde an die bestehende Sternwarte eine ca. 8 x 5 m große 20 cm starke Be-tondecke, mit Eisen armiert, auf Streifen-fundamenten errichtet. Das Fundament der Montierung besteht aus Betonringen mit einer Gesamthöhe von 1,2 m und einem Durchmesser von 1 Meter, welche ausbetoniert und an der Basis durch einen konischen Betonsockel von ca. 2,5 Meter Durchmesser verstärkt wurden. Das Fundament der Montierung ist durch einen 1 cm breiten Spalt von der Gebäudebetondecke getrennt.

Neben dem Parkplatz wurde das Fundament für die dem Sternwartekomplex angehörende Sternwarte-kuppel von unserem Mitglied Herrn Dipl.Ing. Robert Hochwimmer errichtet, und die Kuppel bereits am 24. April montiert. Der Aufbewahrungscontainer wurde auf Sockelfundamente gestellt. Neben dem Container wurde eine aus Betonringen bestehende Senkgrube für das noch nicht errichtete WC eingegraben.

Der Sternwarenbetrieb ist durch den Umbau nicht beeinträchtigt. Alle Geräte (mit Ausnahme der Meteoritenortungskamera) sind voll einsatzbereit. Nur die Wiesenfläche hat unter den Arbeiten etwas gelitten, aber das Gesamtbild hat durch den Umbau gewonnen. Inzwischen sind die Erd- und Fundamentarbeiten der Fa. Hammertinger zu unserer vollsten Zufriedenheit beendet.

Wegen der noch zu errichtenden Holzkonstruktion durch unser Mitglied Markus Mühllechner beginnen die öffentlichen Führungen erst am 10. Juni 2003.


Jahreshauptversammlung

Die Jahreshauptversammlung findet am Freitag, dem 23. Mai 2003 um 19.00 Uhr im Gasthof „Goldenes Schiff“ (Frickh) am Marktplatz in Schörfling am Attersee statt.

Für den Fall, dass um 19.00 Uhr nicht mindestens 1/3 der Vereinsmitglieder anwesend sind, wird um 20.00 Uhr laut Satzung eine außerordentliche Jahreshauptversammlung abgehalten, die ohne Rücksicht auf die tatsächliche Zahl der Vereinsmitglieder beschlussfähig ist.

Tagesordnung:

  • Entlastung der Funktionäre
  • Kassabericht 2002
  • Neuwahl des Vorstandes
  • Umbau der Sternwarte
  • Allfälliges.

Wahlvorschläge für die neue Vereinsleitung müssen schriftlich beim Obmann Erwin Filimon, Sachsenstr. 2, 4863 Seewalchen bzw. mit E-Mail filimon@astronomie.at einlangen.


Merkurdurchgang am 7. Mai 2003
erfolgreiche Beobachtung von der Sternwarte Gahberg

Eine kleine, hervorragend ausgerüstete Beobachtergruppe (Erwin Filimon, Stefan Pfeiffer, Dr. Rudolf Meitz, Hannes Schachtner, Klaus Eder, Wolfgang Piracher, Sven Berger, Christoph Kaltseis, DI Carl Kretz, Gerald Hummer) konnte den Merkurdurchgang von der Sternwarte Gahberg aus bei sehr guten Wetterbedingungen beobachten.

Mit 7 Teleskopen wurde das Ereignis beobachtet, fotografiert, mit Digitalkameras aufgenommen und mit WebCams gefilmt.

Besonders bewährt hat sich der kürzlich von unserem Mitglied Dr. Meitz aus Lenzing gespendete Laptop. Damit sind wir nun in der Lage bei Beobachtungen mit dem großen Linsenteleskop das Bild auch auf einem externen Monitor für unsere Besucher zu zeigen. Selbst in einem 10x50 Feldstecher konnte man den Merkur erkennen.

Die Verwendung der WebCam hat sich bei dieser Beobachtung als sehr praktisch erwiesen. In 5-Minuten Abständen wurden kleine Aufnahmereihen über jeweils ca. 10 Sekunden gemacht. Diese Digitalfilme werden schließlich in die Einzelbilder (insgesamt rund 10.000)zerlegt. Aus diesen Bildern werden schließlich die schärfsten Aufnahmen ausgewählt und diese wiederum zu einem neuen Zeitrafferfilm zusammengefügt. In den Rund 5 Stunden dieses Ereignisses sind 2 GB Daten aufgenommen worden.

Die Luftunruhe ist schuld daran, daß unter rund 100 Einzelaufnahmen nur ca. 3 bis 5 wirklich scharfe Bilder dabei sind, die entsprechend weiterverarbeitet werden können.

Näheres zum Merkurdurchgang gibt es bei der Jahreshauptversammlung, die ich hiermit vorankündigen möchte:

  • Freitag, 23. Mai um 19.00 Uhr im Gasthof Frickh in Schörfling.

Der nächste Merkurdurchgang ist erst 2016, aber am 8. Juni 2004 gibt es einen Venusdurchgang in der Zeit von 7.15 bis bis 13.28 Uhr. Da die Venus dabei um einiges größer ist als der Merkur wird das wieder ein besonderes Ereignis. Man darf nur hoffen, das die Wetterbedingungen genauso gut sind, wie heuer beim Merkurdurchgang.

Bilder von der Beobachtung:

Hannes Schachtner mit Russentonne auf GP Montierung Sven Berger & Christoph Kaltseis
Klaus Eder mit LX200 und Turban Wolfgang Piracher auf der ALT Montierung
Stefan Pfeiffer am Refraktor mit Sonnenprojektion Alle Geräte starren gebannt auf die Sonne
Stefan Pfeiffer, Erwin Filimon und Rudolf Meitz im Kuppelraum der Sternwarte. Der Monitor zeigt von der WebCam Live-Bilder von der Sonne und vom Merkurdurchgang  

Computerspende

Diesen Laptop haben wir von unserem Mitglied Dr. Meitz aus Lenzing gespendet bekommen. Wir danken herz-lichst dafür. Das Gerät wird im Führungsbetrieb eingesetzt. Wir können damit die Bilder einer Webcam, die z.B. auf einem Linsenteleskop montiert ist auch auf einen Monitor im Kuppelraum übertragen. Unsere Besucher können dadurch den Bildausschnitt des Teleskopes mitverfolgen.


Neuschwanstein-Meteorit

Eine Bahnanalyse ergab überraschende Übereinstimmungen mit einem 1959 in der damaligen Tschechoslowakei eingeschlagenen Gesteinsbrocken. Der Meteorit der am 6. April 2002 in der Nähe des Schlosses Neuschwanstein auf die Erde stürzte, hatte die gleiche Bahn wie jener 1959 in der Tschechoslowakei eingeschlagene Meteor. Die-se Tatsache berichtet Pavel Spurny von der tschechischen Akademie der Wissenschaften gemeinsam mit zwei deutschen Kollegen.
Die Meteorspur des Neuschwanstein-Meteorits wurde von den Kameras des European Fireball Networks (dar-unter auch die Meteor-Kamera am Gahberg) beobachtet. Beim Eintritt in die Atmosphäre zog dieser Gesteins-brocken eine 91 Kilometer lange Feuerspur über den Himmel, die heller als der Vollmond war. Mit Hilfe der Fotos konnten Wissenschafter die Gegend ermitteln, in der die Bruchstücke des Meteors aufgeschlagen waren. Doch erst drei Monate später konnte ein 1,75 Kilogramm schwerer Stein gefunden werden. In den 43 Jahren seit dem Bestehen des Feuerkugel-Netzwerkes ist es erst das vierte Mal, dass ein Meteorit auf Grund dieser Daten gefunden werden konnte.

Spurny und seine Kollegen berechneten nun die Flugbahn des Neuschwanstein Meteors und stellten fest, dass sie fast exakt mit jener des Pribram Meteors übereinstimmte, der 1959 abstürzte. Chemische Analysen zeigten jedoch keine Gemeinsamkeiten dieser beiden Bruchstücke aus dem All. Die beiden Gesteinsbrocken dürften also nicht von demselben Mutterkörper stammen. Trotzdem wird angenommen, dass auf der Bahn der beiden Meteoriten noch zahlreiche weitere Gesteinsbrocken um die Sonne kreisen.


Weitere Bilder vom Umbau

 

© 1996-2005 Astronomischer Arbeitskreis Salzkammergut
Fragen, Beschwerden und Anregungen zum Layout bitte an webmaster@astronomie.at
Beachten Sie unseren Haftungsausschluss!
Die Verwendung von Bildern oder Texten (auch ausschittsweise) bedarf der vorherigen, schriftlichen Erlaubnis seitens des Copyright-Inhabers. Siehe auch unter folgender Seite.