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Folge # 182
Dezember
2004

Astronomische Informationen für Mitglieder und Freunde des Astronomischen Arbeitskreises Salzkammergut
Informationstelefon: 07662 / 8297
STERNWARTE GAHBERG

Komet Machholz

von Erwin Filimon

Von 18. bis 29. Dezember verschluckt leider das zu helle Mondlicht den Kometen.
In den letzten Tagen des Jahres 2004 hat man aber wieder die Möglichkeit, für kurze Zeit vor Mondaufgang den Kometen ohne störendes Mondlicht zu beobachten.

Am 29. Dezember geht der Mond um ca. 18.40 Uhr auf; da es bereits gegen 17.30 ausreichend dunkel ist, kann man ca. 1 Stunde den Kometen gut beobachten. Mit 27. Dezember ist der Komet vom Sternbild Eridanus ins Sternbild Stier eingetreten. Komet Machholz wandert weiterhin nordwärts. Er steht nun bereits um ca. 21.00 günstig im Süden hoch über dem Horizont

Solar System Komet Machholz, Hits: 4705 © image-owner
#3849 Komet Machholz am 4. Dezember 2004


Aufsuchkarte 29.12.2004-13.1.2005


und seine Helligkeit ist soweit angestiegen, dass er nun auf jeden Fall mit bloßem Auge am Himmel zu sehen sein müsste. Bis ca. 15. Jänner 2005 steht der Komet dann besonders ideal am Abendhimmel. Von 6. bis 8. Jänner befindet er sich sehr nahe am schönen Sternhaufen der Plejaden. Bis ca. 10. Jänner sollte der Komet auch noch heller werden. Dann wird seine Helligkeit jedoch wieder langsam abnehmen. Ab 11. Jänner tritt Machholz ins Sternbild Perseus ein und ist nun schon gegen 19.30 Uhr fast senkrecht über uns zu beobachten. Das ist die beste Zeit zur Beobachtung dieses Kometen überhaupt – maximale Helligkeit und senkrechte Stellung über uns am Himmel.

Ab 16. Jänner beginnt wieder das Mondlicht zu stören. Vollmond ist am 25. Jänner. Kometenbeobachter müssen nun wieder eine Pause einlegen, denn erst ab 28. Jänner kann man den Kometen wieder ohne störendes Mondlicht beobachten. Ab 27. Jänner befindet sich der Komet bereits im Sternbild Kassiopeia. Der Komet ist nun auch die ganze Nacht zu beobachten. Er ist zirkumpolar, d.h. er geht nie unter dem Horizont unter. Seine Helligkeit wird auch bereits zurückgegangen sein, aber Komet Machholz sollte trotzdem noch mit freiem Auge zu sehen sein.

Bis Mitte Feber bleibt der Komet im Sternbild Kassiopeia, ist gut zu sehen, aber er wird doch deutlich schwächer, bleibt aber ein schönes Feldstecherobjekt.

Gemeinsame Beobachtungen des Kometen von der Sternwarte Gahberg aus sind geplant. Näheres zum Kometen veröffentlichen wir laufend auf unserer Homepage www.astronomie.at und am Infotelefon Nr. 07662­8297.

Mondfinsternis vom 28. Oktober war sehr gut zu sehen

Die Mondfinsternis konnte im gesamten Verlauf von einem Team auf der Sternwarte Gahberg verfolgt werden. Durch den Föhn gab es klaren Himmel, der dichte Bodennebel blieb tief im Tal liegen. Nur wenige Beobachter fanden den Weg zur Sternwarte, schuld daran waren wahrscheinlich die schlechten Wettervorhersagen und die ungastliche Zeit. Diejenigen, die dabei waren, konnten das Schauspiel in voller Länge bei angenehmen 15 ° C Außentemperatur verfolgen. Wer's verpasst hat, bekommt erst wieder am 3.3.2007 die Gelegenheit zur Beobachtung einer Mondfinsternis. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass es nun bei 4 Mondfinsternissen hintereinander in den Jahren 2003 und 2004 immer bestes Beobachtungswetter gab.

Geminiden-Meteore überraschten

In der Nacht von Montag auf Dienstag, dem 13. auf 14. Dezember hat sich der Gahberg endlich nach tagelangem Hochnebel, nebelfrei gezeigt und bot einer Beobachtungsgruppe (Stefan Pfeiffer, Erwin Filimon, Norbert Huber, Georg Emrich, Kurt Föttinger, Anton Kellner, Alois Doblinger) idealste Bedingungen zur Beobachtung: Trockene Luft, keine Luftunruhe, sehr dunkler Himmel, angenehme Temperaturen (um 0 °). Eine Beobachtungsnacht wie es nur wenige gibt.

Solar System Geminid , Hits: 2288 © image-owner
#3854 Geminiden-Meteor im Sternbild Orion - Erwin Filimon

Ursprünglich wollten wir nur den Kometen Machholz beobachten, doch die Geminiden-Sternschnuppen wurden zur Attraktion dieser Beobachtungsnacht und boten ein grandioses Schauspiel. Von 23.33 bis 0.00 Uhr (bei 20 % Himmelsabdeckung durch Bäume und Gebäude) konnten 91 Sternschnuppen gezählt werden. (das sind umgerechnet an die 200 Meteore je Stunde). Eine nochmalige Zählung von 0.30 bis 0.40 Uhr brachte 79 Meteore in 10 Minuten (das sind hochgerechnet an die 470 Meteore je Stunde)


Wieder Sternschnuppen zu beobachten

der Meteorstrom der Quadrantiden ist Anfang Jänner aktiv

Das Maximum dieses Meteorstroms wird für die Nacht von Montag auf Dienstag, dem 3. auf 4. Jänner 2005 erwartet. Bis zu ca. 100 Sternschnuppen je Stunde können beim Maximum erwartet werden. Der Ausstrahlungspunkt liegt im ehemaligen Sternbild Mauerquadranten, daher die Namensgebung. Heute finden wir hier das Sternbild Bärenhüter. Die beste Zeit zur Beobachtung ist nach Mitternacht, denn dann liegt der Radiant (Ausstrahlungspunkt) hoch am Himmel und es sind wesentlich mehr Sternschnuppen zu sehen, als in den Abendstunden. Als die „Nacht der 1000 Meteore“ ging die Beobachtung der Quadrantiden am 4. Jänner 1992 in die Vereinschronik ein, als ein Team von 10 Mitglieder auf der Sternwarte Gahberg bei minus 5 ° von Mitternacht bis 6.00 Uhr früh beobachtete und rund 1050 Sternschnuppen zählte. Damals gab es ideales Wetter – vielleicht ergibt es sich diesmal wieder. Mitbeobachter sind gerne willkommen.

Großes Interesse am WebCam Workshop mit Günter Kerschhuber

30 Teilnehmer besuchten den WebCam Workshop von Günter Kerschhuber am 3. Dezember 2004. Der Einsatz der Webcams eignet sich sehr gut als (preis)günstige Methode für hochqualitative Planetenfotos. In den nächsten Monaten werden die Planeten Jupiter und Saturn viele Gelegenheiten zur Planetenfotografie bieten.

Wir laden herzlich ein zum Monatstreffen der Sternwarte Gahberg am Freitag, dem 7. Jänner 2005, ab 19.00 Uhr im Gasthof „Goldenes Schiff“ (Frickh) in Schörfling am Attersee am Marktplatz:

Unser Programm:

  • Komet Machholz – erste Aufnahmen, weitere Entwicklung
  • Geminiden Sternschnuppen – überraschend hohe Aktivität
  • Jahresrückblick auf 2004
  • Unsere Vorhaben und Pläne für das neue Jahr
  • Web-Cam am Lichtenberg in St. Georgen
 

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