Astronomischer Arbeitskreis Salzkammergut

Sternwarte Gahberg

N 47°54'48" / O 13°36'33" / 860m

Wir feiern
20 Jahre Sternwarte Gahberg

am Samstag, dem 30. August 2008 um 20.00 Uhr

bei Schönwetter: auf der Sternwarte Gahberg

  • mit Sonderführung – alle Geräte der Sternwarte
  • Rückblick mit Bildern aus 20 Jahren Sternwartengeschichte unter freiem
  • Himmel Kuchen und Kaffee für unsere Besucher

bei Schlechtwetter im Gasthof Kogler

  • Rückblick mit Bildern aus 20 Jahren Sternwartegeschichte

20 Jahre Sternwarte Gahberg

Abriss der alten Beobachtungsstation

Der Komet Halley der 1986 beobachtet werden konnte, war eigentlich der „Auslöser“ für den Bau der Sternwarte Gahberg. Der 1980 gegründete Verein „Astronomischer Arbeitskreis Salzkammergut“ hatte seit 1982 eine Beobachtungsstation auf dem Gahberg betrieben. Es war eine Säule mit Montierung in einem Metall Schutzkasten. Es gab keine Stromversorgung (nur ein Kabel zur Autobatterie) und viel Ärger mit einer nicht besonders gut funktionierenden, dreimal umgebauten Meade-Montierung - aber damals war der Markt für astronomische Geräte noch sehr klein und teuer. 1986 konnte der Verein dank der Wiederkehr des bekannten Halleyschen Kometen und des damit verbundenen starken Interesses an der Astronomie die Mitgliederanzahl von 100 auf 200 Mitglieder verdoppeln.

Zubau 2003

Damit hatte der Verein zusätzliche finanzielle Möglichkeiten, und am 25. Oktober 1986 wurde in einer Vorstandssitzung beschlossen eine „Sternwarte Gahberg“ zu bauen. Geplant war eine Schiebedachhütte; aber es sollte anders kommen, denn im April 1987 erhielten wir überraschend die Möglichkeit, eine 3,3m Sternwartenkuppel samt Montierung und großem Linsenteleskop zu erwerben.

 

Es war dies die Sternwarte des 1978 verstorbenen österreichischen Amateurastronomen Wilhelm Auracher aus Steyr. Die dortige Sternwarte mussten wir bis auf die Grundmauern abreißen, die Kuppel, die Säule mit Montierung und das Linsenteleskop waren in schlechtem Zustand und wurden in zahlreichen Arbeitsstunden restauriert. Rund 240 Arbeitsstunden erforderte alleine die Instandsetzung der Sternwarten Kuppel.

Setzen des Fundamentes

Aufsetzen der Kuppel

Graben des Säulenfundamentes

Eder Klaus bei der Arbeit

Auracher Sternwarte

Die Bauverhandlung für die Sternwarte Gahberg erfolgte am 9. Juli 1987, nachdem die Marktgemeinde Lenzing als Grundeigentümer, die Gemeinde Weyregg als Baubehörde und das Bezirksbauamt Gmunden unserem Projekt zugestimmt hatten. Nach Erteilung der Baugenehmigung machten wir uns im Juli 1987 an die Arbeit: In rund 2700 freiwilligen Arbeitsstunden, die von 47 Mitgliedern und Helfern aufgewendet wurden, entstand die Sternwarte Gahberg. Rund 90% der Arbeiten an der Sternwarte wurden damals von 21 Mitgliedern geleistet.

Das Bauteam von damals:

Walter Baumann, Christoph Dallermassl, Klaus Eder, Werner Eigruber, Georg Emrich, Erwin Filimon, Walter Gross, Konrad Hillinger, Emanuel Hollick, Anton Kellner, Gert Kroner, Josef Leibner, Alfred Mayr, Franz Mayrhofer, Peter Petz, Alfred Reichbauer, Hannes Schachtner, Hartmut Schuller, Erwin Spindler, Wolfgang Vogl, Horst Zillinger.

Davon sind auch heute noch im Vereinsvorstand aktiv: (Altmannschaft): Georg Emrich, Erwin Filimon, Klaus Eder, Gert Kroner, Walter Gross, Hannes Schachtner, Wolfgang Vogl, Peter Petz.

Peter Petz mt Sternwarten-Torte

Meteor Ortungs Kamera

Die Sternwarte wurde 1987/1988 auf Einzelfundamenten errichtet. Ein Holzbau im Ausmaße von 4 x 8 Meter wurde errichtet., Die Sternwartenkuppel misst 3,3 Meter im Durchmesser. Die Eröffnung der Sternwarte erfolgte am 3. September 1988.

Finanziert haben wir den Bau der Sternwarte 1988 aus Mitgliedsbeiträgen und aus den Erträgen einer Festschrift kombiniert mit einer Bausteinaktion unter dem Motto „Kauf Dir einen Mondkrater“. Rund 29.000 öS haben wir damals eingenommen. In den folgenden Jahren wurde rasch erkannt, dass ein Teleskop im Kuppelraum für die Anforderungen der Sternwarte zuwenig ist. Bereits 1990 wurde eine erste Außenmontierung in Betrieb genommen. Im selben Jahr haben wir dann vom Max-Planck-Institut für Kernphysik die Meteoritenortungskamera aufgestellt bekommen. Mehrere Jahre später ist diese Kamera in unseren Besitz übergegangen und wird bis heute erfolgreich von uns betrieben.

Hannes Schachtner am Dobson

Erwin Filimon (frühe Jahre) am Refraktor

Im Jahr 1991 stellte uns unser Mitglied Georg Emrich als Dauerleihgabe (die Montierung verblieb bis 2003 auf der Sternwarte) eine Alt-AD-5 Montierung zur Verfügung, die auf der Südseite am Sternwartengelände aufgestellt wurde. Ebenfalls 1991 entwickelte Hannes Schachtner eine Schrittmotorensteuerung für das Linsenteleskop in der Sternwartenkuppel. Damit wurde das veraltete Nachführsystem ersetzt.

1992 wurde die erste CCD-Kamera gekauft. Diese ST-4 CCD-Kamera der Fa. Meade wird auch heute noch in der Nachführung von Montierungen verwendet.

Celestron C11 auf der Aussenmontierung

1993 kauften wir ein zusätzliches Vereinsgerät – ein C 11 Teleskop. Das Gerät bereitet viel Freude und das Nachfolgemodell ist auch heute noch sehr erfolgreich im Einsatz. 1994 gab es den ersten Computer in der Sternwarte. Im Herbst 1995 erfolgte dann die Aufstellung eines weiteren Aussengeräts im Süd-West-Bereich der Sternwarte. Die sehr stabile Alt-AD-6 Montierung ist bis heute eines der beliebtesten Geräte geblieben. Der von unserem Mitglied Christian Kreutzer gebaute Schutzkasten hat sich bestens bewährt und ist Vorbild für weitere Montierungs Schutzkästen geworden.

Refraktir der Sternwarte in der Kuppel

1996/1997 musste leider eine umfangreiche Sanierung der Sternwarte erfolgen. Durch einen Baufehler war der Holzunterbau schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, das Holz war direkt auf das Betonfundament gesetzt. Das gesamte Sternwarten Gebäude musste hydraulisch gehoben und auf Stahlträger gesetzt werden. Viele tragende Holzteile mussten erneuert werden. Dazu war es notwendig, sämtliche Böden und die Außenschalung zu entfernen und neu aufzubauen.

Mit dem Kauf einer Flatfieldkamera von Lichtenknecker im Jahr 1997 konnten wir ein hochqualitatives Gerät für die Astrofotografie erwerben.

Robert Orso an der MEADE Montierung

NGC 2244 © Harald Strauß
ST8 Hα 1x 600 + 7x 900 Hypergraph 13.01.07

1998 wurde schließlich ein 4. Außengerät – eine Säule, die speziell für Meade-Teleskope ausgerichtet ist, in Betrieb genommen.

Ein Einbruch im Frühjahr 1998, mit größerem Schaden – den Täter konnten wir jedoch ausforschen – hat umfangreiche und kostenintensive Sicherungsmaßnahmen verursacht. 1998 wurde auch das Linsenteleskop der Sternwarte mit einem neuen Schrittmotorenantrieb ausgestattet und ein 40 cm Dobson Teleskop angeschafft.

Harald Strauß und Georg Emrich bei den Umbauarbeiten

Ab dem Ende der 90er Jahre wurde die Sternwarte immer mehr für die Astrofotografie genützt.

Der schöne Komet Hale-Bopp 1998 und die totale Sonnenfinsternis 1999 waren weitere Höhepunkte in der Geschichte der Sternwarte Gahberg.

Mit der raschen Weiterentwicklung der Astro-Digitalfotografie wurde das „CCD-Astrofotografen-Team“ der Sternwarte immer größer und aktiver. Bereits 1998 wird die erste CD-ROM mit den 420 besten Astrobildern veröffentlicht und nun gibt es fast jährlich neue und erweitere Auflagen. Die vorhandene Ausstattung genügte nicht mehr – ein Zubau zur Sternwarte wurde geplant – eine Schiebedachhütte – um das aktive CCD-Astrofotografen-Team weiter zu fördern.

Der Erweiterungsbau war jedoch nur möglich, nachdem wir im Jahr 2002 das Grundstück der Sternwarte von der Gemeinde Lenzing erworben hatten. Wir kauften eine Fläche von 1.131 m² zum Preis von 300 öS/m² gekauft. Den Gesamtbetrag von 339.300,-­öS können wir in 10 jährlichen Raten zahlen.

Dies hat unsere weiteren Pläne und Vorhaben entscheidend gebremst. 2011 wird die letzte Zahlung geleistet, dann wird sich unsere finanzielle Lage entspannen und es stehen wieder mehr Mittel für die Sternwarte zur Verfügung.

DI Hochwimmer vor der Sternwarten "Aussenstelle"

2003 gab es den geplanten großen Erweiterungsbau: Ein neuer Aufenthaltsraum (3 x 5 Meter) und eine Schiebedachhütte (4 x 5 Meter) sowie die Aufstellung der Sternwarte von DI Hochwimmer am Sternwartengelände. Gleichzeitig wurde auch die Sternwarte mit einem Gerätekontainer und einem Wasserbehälter und einer Toilettanlage ausgestattet.

Der Zubau wurde von unserem Mitglied Markus Mühllechner in Segmentbauweise hergestellt. Die Fundamentbauten vergaben wir an eine Firma. Der Innenausbau und die Aufstellung wurden von unseren Mitgliedern vorgenommen, aber insbesondere verdanken wir die Herstellung des Zubaues unserem Markus Mühllechner.

2008 wurden am Sternwartengelände 5 weitere Fundament Sockel zur Aufstellung von Teleskopen errichtet. Auch Besucher sollen nun die Möglichkeit haben, auf einer stabilen Aufstellungsfläche ihre transportablen Geräte aufzubauen. Zudem hat der Verein einigen besonders aktiven Mitgliedern die Möglichkeit gegeben, eigene Geräte aufzustellen, um so die Vereinsgeräte zu entlasten. Mitgliedern mit eingeschränkter Gerätschaft sollte dadurch die Möglichkeit eingeräumt werden Vereinsgeräte zu nutzen.

 

Damals und Heute – was hat sich geändert

Mitglieder und Mitgliedsbeitrag:

  • Mitgliederstand 1988 229 Mitglieder
  • Mitgliederstand 2008 460 Mitglieder

  • Mitgliedsbeitrag 1988 150 ATS Erwachsene und 80 ATS Jugendliche
  • Mitgliedsbeitrag 2008 19 € Erwachsene und 11 € Jugendliche (261 ATS / 151 ATS)

Obmann 1988 und ohne Unterbrechung bis 2008:

  • Erwin Filimon, Seewalchen

Jahresbudget des Astronomischen Arbeitskreises Salzkammergut:

  • 1988 ca. 8.000 € (ca. 110.000 öS)
  • 2008 ca. 13.000 € (ca. 178.000 öS)

Grundstück der Sternwarte Gahberg:

  • 1988 Pachtgrundstück (nur die Fläche, auf der sich die Sternwarte befindet) von der Marktgemeinde Lenzing, als Unterstützung für unsere Vereinsarbeit wurde uns die Pacht erlassen. Für dieses Entgegenkommen sagen wir noch heute - herzlichen Dank.
  • 2008 Grundeigentümer Astronomischer Arbeitskreis Salzkammergut

Infrastruktur:

  • 1988 - nur Sternwartengebäude, kein WC
  • 2008 - durch Erweiterungs­bau 2003: Schiebedachhütte, großer Aufenthaltsraum, 8 Fundamente mit Außengeräten, WC und Aufbewahrungs Kontainer, Schaukasten, Breitbandinternetanschluß, Tages- und NachtwebCam, Meteoritenortungskamera

Hannes Schachtner und Harald Strauß in der neuen Schiebedach Hütte

Sternwartenführungen:

Seit 1988 haben uns rund 18.000 Personen bei den Sternwartenführungen besucht.

Eintritt: 1988 bis 2006 freiwillige Spen den, seit 2007 fixer Eintritt (Erwachsene 4 €, Kinder 1€)

Bausteinaktion

Anlässlich unseres 20 Jahr Jubiläums bitten wir unsere Mitglieder, Fördererund Interessenten uns mit einer Jubiläumsspende beim weiteren Ausbau der Sternwarte zu helfen.

Die jährlichen Zahlungen (noch bis 2011) für das Sternwarten Grundstück belasten unser Budget sehr und verhindern so manch neues Projekt bzw. dringend nötige Neuanschaffungen an Zubehör bzw. anstehende Sanierungsmaßnahmen (neues Dach).

Wir bitten daher mit dem beiliegenden Zahlschein, uns eine finanzielle Hilfe zukommen zu lassen und sagen herzlichen Dank dafür.

Das FUndament der Schiebedach Hütte wird betoniert Hüttenbau aus Fertigteilen

M45 - Plejaden
© Günter Kerschhuber Starlight SXV-H9 LRGB 45/18/18/28 Televue NP101 10.01.2005

M16
© Bernhard Hubl ST2000XM Hα 280 min Televue NP101 03.07.2006



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