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Aktuelle Meldungen 08/98

SOHO gibt Lebenszeichen von sich
Neue Theorie über Glaskügelchen in Meteorite
Gefährlicher Kometenschauer bleibt wahrscheinlich aus
Meteoritenspektakel im August
Sonnenflecken und Protuberanzen hängen zusammen
Mondfinsternisse 1997-1999
Aktuell sichtbare Kometen bis mag 15
Aktuell sichtbare Kleinplaneten bis mag 11

Tagesaktuelles Kalendarium
CCD Tip des Monats
Astronomisches Bilderrätsel


SOHO gibt Lebenszeichen von sich

Das Sonnenobservatorium SOHO hat nach sechs Wochen Stille wieder auf Signale von der Erde geantwortet. Das gaben die europäische Raumfahrtagentur ESA und die amerikanische NASA am 5.8.98 bekannt.

SOHO antwortete auf Signale einer australischen Station des Deep Space Network der NASA mit zwei bis zehn Sekunden langen Signalfetzen. Obwohl die Signale unregelmäßig waren und keine sinnvollen Informationen enthielten, sehen die Wissenschaftler das als gutes Zeichen: Die Sonde sei noch in der Lage, Kommandos vom Boden zu empfangen und zu beantworten. "Das bedeutet, daß das Herz der Sonde noch schlägt und läßt uns hoffen, daß wir das wissenschaftliche Programm wieder aufnehmen können", sagte Projektwissenschaftler Joe Gurman vom Goddard Space Flight Center.

Als nächstes sei geplant, die Kontrolle über SOHO wiederzugewinnen. In naher Zukunft sollen Daten zur Sonde übertragen werden, um näheres über ihren Zustand zu erfahren.

[Quelle: NASA]

Neue Theorie über Glaskügelchen in Meteoriten

Der Planetologe Ian Sanders vom Trinity College in Dublin hat eine neue Theorie aufgestellt, wie sich die charakteristischen Bestandteile primitiver Meteoriten bildeten: Seiner Meinung nach entstanden die sogenannten Chondren - winzige, glasartige Kugeln, die bestimmten Meteoriten, den "Chondriten" ihren Namen geben - beim Zusammenstoß von Kleinplaneten in der Frühphase des Sonnensystems. Nach der gängigen Theorie bildeten sich die Chondriten in einem Ring aus Staub um die Sonne. Sanders untersuchte einen solchen Meteoriten, der 1969 in Irland aufschlug, den sogenannten Bovedy-Meteoriten. Er enthielt Chondren aus so vielen verschiedenen Mineralien, daß Sanders auf die Idee kam, sie könnten beim Zusammenstoß zweier Kleinplaneten entstanden sein. Sanders glaubt, daß das Gesetein der Kleinplaneten durch große Hitze infolge von radioaktivem Zerfall noch geschmolzen waren. Die Kleinplaneten wuchsen durch die Zusammenstöße an, wobei sie immer von einer Wolke geschmolzener Gesteinstropfen umgeben waren, die, nachdem sie abkühlten, zu den Chondren in Meteoriten wurden.

[Quelle: Bild der Wissenschaft]


Gefährlicher Kometenschauer bleibt wahrscheinlich aus

In den nächsten Millionen Jahren ist die Wahrscheinlichkeit für größere Kometenschauer gering: Nach einer Studie von Jay Frogel und Andrew Gould von der Ohio State University in den Astrophysical Journal Letters nimmt zur Zeit kein Stern Kurs auf die sogenannte Oortsche Wolke - eine kugelförmige Wolke aus unzähligen Kometen mit einem Abstand von etwa eineinhalb Lichtjahren von der Sonne. Sollte ein Stern so nah an der Sonne vorbeifliegen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß sich zahlreiche Kometen durch die Schwerkraft des Sterns aus ihren fernen Bahnen lösen und ins innere Sonnensystem gesogen werden. Dort könnten sie dann mit einem der Planeten zusammenstoßen.

Vorläufig steht das jedoch nicht zu befürchten: Die beiden Astronomen untersuchten die Bewegung von 120.000 Sternen, die der europäische Satellit Hipparcos seit 1989 vermessen hat.

Keiner der Sterne flog auf die Sonne zu. Hipparcos registriert selbst Sterne, die 25 mal schwächer leuchten als die, die man noch mit bloßem Auge wahrnehmen kann. Noch mehr Sicherheit über ihre Prognose können die beiden Astronomen erst im Jahr 2009 gewinnen: Dann will die Esa einen neuen Satelliten, Gaia, in die Umlaufbahn befördern, der die Bewegung von 50 Millionen Objekten messen kann, darunter wesentlich schwächere Sterne als die, die Hipparcos noch sieht. Da ein Stern jedoch in der Regel um so kleiner ist, je schwächer er leuchtet, ist die Gefahr, die von schwach leuchtenden Sternen ausgeht, geringer. Obwohl die beiden Wissenschaftler es für unwahrscheinlich halten, daß es innerhalb der nächsten halben Million Jahre einen größeren Kometenschauer im inneren Sonnensystem gibt, können sie nicht garantieren, daß die Erde von Kometeneinschlägen verschont bleibt - schließlich gibt es genug Himmelskörper, die die Erdbahn kreuzen.

[Quelle: Bild der Wissenschaft]


Meteoritenspektakel im August

Ein jährlich wiederkehrender Komet wird am 11. und 12. August für schöne und interessante Erscheinungen am nächtlichen Himmel sorgen. Doch nicht der kosmische Körper selbst, der einen Durchmesser von etwa 10 Kilometern hat, sondern kaum sandkorngroße Trümmer in seinem Gefolge werden für ein kosmisches Feuerwerk sorgen. Die Perseiden, so der Name des periodisch auftretenden Schwarms werden etwa 80 Sternschnuppen pro Stunde im Bereich des nördlichen Sternhimmels hervorrufen. Ihre Namen erhielten die kleinen Himmelsboten deshalb, weil sie aus Richtung des Sternbildes Perseus zu kommen scheinen. Kometen, die in das Sonnensystem eindringen, werden mit Annäherung an die Sonne immer mehr erwärmt, was zur Ausbildung eines Schweifes führt. In ihm befinden sich Gase, Eis-, Staub- und Gesteinspartikel, die, wenn sie auf die Erdatmosphäre treffen, für einige Sekunden als leuchtende Streifen oder auch als kleine, vielfarbene Explosionen am nächtlichen Himmel zu sehen sind.

Eine wirkliche Gefahr geht von diesen winzigen kosmischen Boten wohl nicht aus. Die meisten von ihnen verglühen, bevor sie den Erdboden erreichen. Jedoch können Satelliten und Raumschiffe sehr wohl beschädigt werden. Experten gehen jedoch davon aus, daß den mehr als 2500 Satelliten um unseren Planeten keine wesentlichen Beschädigungen drohen.

Andere kosmische Schauer, wie etwa die Leoniden, die ein- bis zweimal in 33 Jahren über uns hereinbrechen, repräsentieren da schon eine andere Dimension. Bereits in diesem November wird es soweit sein; Experten tüfteln schon jetzt daran, wie sie ihre teuren Geräte im All wirksam schützen können. Man befürchtet dennoch Ausfälle von Beobachtungssystemen, Kommunikationsverbindungen und Meßapparaturen.

Die Perseiden sind der am besten zu beobachtende Meteoritenschwarm überhaupt. Vorboten können bereits seit Ende Juli beobachtet werden; den Höhepunkt der Sternschnuppenaktivität werden wir in den Nächten zum 12. und 13. August erleben. Allerdings wird die ungünstige Mondphase in diesem Jahr ideale Beobachtungsbedingungen nicht zulassen. Dennoch waren auch in den letzten Jahren sehr helle Erscheinungen gut zu sehen. Die frühen Abendstunden, vor Mondaufgang, werden wohl die günstigsten Bedingungen bieten. Das Sternbild des Perseus wird nach Sonnenuntergang tief im Nordosten zu sehen sein. Mit etwas Ausdauer und einer Anpassungszeit der Augen an die Dunkelheit ist das "Himmels-W" (Kasseopeia) im Norden auszumachen. Etwa 20 Grad westlich davon (eine handbreit bei ausgestrecktem Arm) und wenige Grad südlich ist das Eintrittsgebiet der Meteoriten. Hält sich die derzeitige Wetterlage, sollte es eine tolle Vorstellung geben!

[Quelle: Bild der Wissenschaft]


Sonnenflecken und Protuberanzen hängen zusammen

Daß die Sonnenflecken in einem elfjährigen Rhythmus schwanken, ist schon lange bekannt. Jetzt entdeckte ein Wissenschaftlerteam vom Harvard Smithsonian Center for Astrophysics im US-Bundesstaat Massachussetts noch eine zweite, bisher unbekannte Periode im Auf- und Abflauen der Sonnenflecken. Wie sie im Wissenschaftsmagazin Nature schreiben, untersuchten sie mit einer speziellen mathematischen Methode die Sonnenfleckenzyklen zwischen 1874 und 1993 und fanden, daß die Sonnenflecken auch einer 158 Tage langen Schwankung unterliegen.

Die gleiche Periode war schon von den Sonnenprotuberanzen bekannt, energiereichen Gasausbrüchen an der Sonnenoberfläche. Beide Zyklen scheinen demnach mit Schwankungen des Sonnenmagnetfeldes zusammenzuhängen, die sich nur nahe des Maximums der Sonnenaktivität zeigen. Wie die Periodizität entsteht, ist noch unklar. Die Wissenschaftler hoffen, daß ihre Erkenntnisse letztlich dazu führen, Sonnenprotuberanzen vorhersagen zu können. Die Explosionen, bei denen Röntgenstrahlen und Energiereiche Teilchen ins Planetensystem geschleudert werden, haben schon Satelliten lahmgelegt und für Stromausfälle auf der Erde gesorgt.

[Quelle: Nature]




 

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