Astronomischer Arbeitskreis Salzkammergut

Sternwarte Gahberg

N 47°54'48" / O 13°36'33" / 860m

"Ende des Maya Kalenders" am 23.12.2012:

12.05.2012 Wichtige Ergänzung: Weltuntergang abgesagt!
14.12.2012 Artikel der NASA zur "Weltuntergangs Panik" und warum die Welt am 22.12. noch steht

 

Der Kalender der Mayas ist eigentlich ganz einfach aufgebaut.

Zunächst werden die Tage gezählt (Kin). 20 Kin ergeben einen Monat (Uinal) 18 Uinal ergeben (fast) ein Jahr (Tun)

18*20 = 360, es fehlen also 5 Tage, die am Ende des Jahres als "Unglückstage" angefügt wurden. Sie waren deshalb als Unglückstage verpönt, weil es nicht gelingen wollte, sie harmonisch in den Kalender zu integrieren und so die universelle Schlichtheit störten. Sie wurden aber in der Zählung nicht berücksichtigt, stattdessen wird der Termin für die nächste Sonnenwende (= Sommerbeginn oder Winterbeginn) um diese 5 Tage verschoben.

20 Tun ergeben 1 Katun, 20 Katun ergeben 1 Baktun = 400 Jahre

Gezählt wird in diesem Kalender die Anzahl der Tage "seit dem Beginn der Welt", der nach unserem Kalender offenbar auf den 13. August 3114 vor Christi (nach Greorianischer Kalenderzählung) gefallen ist.

Fairerweise sollte man erwähnen, das über diesen Termin Uneinigkeit herrscht. Etwa die Hälfte der Maya Experten glaubt, das es der 11. August gewesen ist, einige wenige weichen sogar über 100 Jahre von diesem Termin ab. Ich bin hier eher der Ansicht von Linda Scheele, was die Festsetzung dieses Termins angeht.

Heute (5.12.2016) sind seit diesem Tag genau 1873443 Tage vergangen, wenn man die Korrelation nach Thompson zugrunde legt. Das macht in Maya Schreibweise ... rechen, rechen ... 13 Baktun 0 Katun 4 Tun 0 Uinal 3 Kin

Nehmen wir jetzt den 23.12.2012 (Korrelation nach Thompson) bzw den 21.12.2012 (Korrelation nach Lounsbury), dann macht das 1872000 Tage oder ... Trommelwirbel ... 13 Baktun 0 Katun 0 Tun 0 Uinal 0 Kin

Das mag in Maya Schreibweise so was wie das Jahr 2000 bei uns sein. Da hat's ja auch geheißen, die Welt geht unter. Dann noch eine Sonnenfinsternis dazu und das Chaos ist perfekt.

Wenn man schon vom Ende des Maya Kalenders reden mochte, dann scheint mir der Termin 14.10.4772 geeigneter, was in Maya Schreibweise 19 Baktun 19 Katun 19 Tun 17 Uinal 19 Kin heißt. Der nächste Tag ist der Beginn eines neuen Jahres, des 20. Baktun. Jetzt geht die Maya Zählweise aber nur bis 19 und mehr als 19 Baktun gibt's nicht. In der klassischen Archäologie gibt's keine Beispiele für ein späteres Datum in dieser Schreibweise. Das liegt aber nicht daran, das die Mayas nicht weiter zählen konnten, oder dort das Ende der Welt angesehen hatten, es gab einfach keinen Grund mehr Stellen anzugeben als nötig. So wie wir ja auch 2001 und nicht 02001 oder 002001 schreiben, nur um anzudeuten, das wir am 31.12.9999 schon wissen, das dann das Jahr 10000 anzuschreiben sein wird.

So wie wir von Tausend und Millionen sprechen, hatten die Mayas eben Katun, Baktun und dann weiter ...

  • 20 Baktun = 1 Pictun = 8000 Tun = 8000 Jahre
  • 20 Pictun = 1 Calabtun = 160.000 Jahre
  • 20 Calabtun = 1 Kinchiltun = 3.200.000 Jahre
  • 20 Kinchiltun = 1 Alautun = 64.000.000 Jahre
  • 20 Alautun = 1 Hablatun = 1.280.000.000 Jahre
  • 20 Hablatun = 1 ????? = 25.600.000.000 Jahre

25,6 Milliarden Jahre von heute an sind wir dem tatsachlichen Ende des Universums wahrscheinlich deutlich nähergekommen und wenn nicht, war sicherlich in der Zwischenzeit genügend Gelegenheit, den Kalender wieder auf Vordermann zu bringen.

Maya Kalender zum Selberrechnen gibt's hier.

Eine Sammlung harter Fakten leicht lesbar zum Thema gibt es auch unter http://www.faszination2012.de

Freunde der Literatur von Erich van Däniken oder Zecharia Stitchin sollten diese Seite aber meiden. Sie könnten einiger Illusionen beraubt werden.

Kein bekannter Himmelskörper kommt der Erde in den nächsten paar hundert Jahren nahe genug, um ihr gefährlich zu werden. Das heißt nicht, das es nicht möglich ist, aber man weiß das so wenig, wie den Termin, wann mir das nächste Flugzeug auf den Kopf fällt. Weiter als ein paar hundert Jahre in die Zukunft zu rechnen macht keinen Sinn, weil die Bahnparameter der Kometen, Klein- und Kleinstplaneten sich gegenseitig beeinflussen und die rechnerische Unsicherheit dann rasch größer wird. Dabei gilt aber, je größer der Himmelskörper, desto genauer ist seine Bahn bekannt. So können wir mit Sicherheit ausschließen, das ein beliebiger der bekannten Planeten und über 25000 Kleinplaneten in den nächsten 10 Millionen Jahren bei uns Schaden anrichtet. Die Unsicherheit besteht bei den Kometen und den Brocken mit wenigen Kilometern Durchmesser und kleiner. Da gibt's sicherlich noch viele, von denen wir überhaupt nichts wissen. Dieses Unwissen aber jetzt umgekehrt als Tatsache für einen Einschlag am Tag X hinzustellen halte ich in höchstem Maße unseriös.

Was mir aber ehrlich Probleme bereitet, ist die Einstellung der Menschen ihrer Umwelt gegenüber - siehe Klimakonferenz. Wenn wir das nicht auf die Reihe bekommen, dann kann die Erde in 100 oder 200 Jahren ganz leicht aussehen wie der Mars jetzt. Aber das ist ja jenseits der nächsten Wahl und sogar jenseits unserer eigenen Lebensspanne. Solange es UNS gut geht, ist ja alles in Ordnung. Um die Probleme wird sich früher oder später jemand anderes kümmern, wenn sie wirklich akut werden.

Nichts und niemand kann "die Sonne auslöschen". Das ist keine Kerze, die man einfach so ausblasen kann. Alle Planeten, Kometen, Kleinzeugs, Staub, Gas ... in unserem Sonnensystem zusammengenommen machen gerade mal 1% der Masse der Sonne aus. Wenn alles gemeinsam zur gleichen Zeit am gleichen Ort der Sonne einschlagen würde, gäbe das möglicherweise einen passablen "Plumps". Vielleicht wäre die Sonne an diesem Punkt ein paar Tage nicht ganz so hell, weil die Oberflache ein wenig abgekühlt ist, aber das war's auch schon.



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