Flatfielding von CCD Aufnahmen
von Georg Emrich
| In diesem Abschnitt werden wir uns mit dem oft wenig und stiefmütterlich
behandelten Thema des Flatfieldings beschäftigen, das die Qualität von CCD Aufnahmen
doch um einiges verbessern kann. Eine CCD Aufnahme setzt sich aus drei wesentlichen
Einzelaufnahmen zusammen.
- Aufnahme
- Dunkelbild - Darkframe
- Weißbild - Flatfield ( Flat )
Wieso braucht man eigentlich ein Flatfield?
Bei einer Aufnahme entstehen durch verschiedenste Einflüsse
Bildfehler, die eine Verfälschung oder Qualitätsminderung bewirken können.
Diese Artefakte sind
- Vignettierung ungleiche Ausleuchtung des Bildes
- Reflexe durch optische Elemente oder Flächen
- Staub und Schmutz auf der Oberfläche des CCDs
Weiters kann durch das Flatfield die ungleiche Empfindlichkeit der
einzelnen Pixel ausgeglichen werden. Dies ist besonders bei der Astrometrie
(Helligkeitsmessung) wichtig, um genaue Messergebnisse erzielen zu können. |
Wie macht man ein Flatfield ?
Ein Flatfield ist eine Aufnahme einer gleichmäßig erhellten Fläche.
Die Belichtungszeit soll so gewählt werden, daß die Sättigung des CCD Bildes ca. 50%
bis 75% ausmacht. Der Sättigunsgrad kann meist mit der Kamera Software gemessen werden
(Histogramm). Bei einer Kamera, bei der die Pixel bei 65536 gesättigt sind, ist der Wert
für ein gutes Flat zwischen 32768 und 49152.
Wichtig! Wenn einmal ein Weißbild
gemacht wurde, ist die Chipposition nicht mehr zu ändern, d.h. die Kamera darf nicht mehr
entfernt oder rotiert werden, da sich die entstehenden Abbildungsfehler relativ zur
Chipfläche verändern und mit dem Flatfield nicht mehr in Deckung gebracht werden
können. Sollte aus irgend welchen Gründen eine Positionsänderung nötig sein, ist eine
neuer Weißabgleich nötig.
Die Flatfield Aufnahme muß ebenfals im Fokus sein. Ist dies nicht der Fall, sind die
Abbildungsfehler nicht klar begrenzt oder nur diffus (unscharf) abgebildet.
Die Beleuchtung der Fläche kann mit einer herkömmlichen Lichtquelle erfolgen. |
Die am häufigsten angewendet Methoden sind
Dom oder Kuppel Flatfield
- Dabei wird bei eingeschalteter Sternwartenbeleuchtung gegen die Kuppel die Aufnahme
gemacht. Dies wird meist bei Großteleskopen angewendet.
Himmels Flatfield
- Dies ist eine Aufnahme bei Dämmerung gegen den Himmel.
- Es ist darauf zu achten, daß der Hintergrund noch so hell ist, daß noch keine Sterne
abgebildet werden.
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Lichtbox
Flatfield Light Box
- Erfordert mehr Aufwand, ist aber sehr flexibel einsetzbar. Eine Schachtel mit
reflektierendem Material, ein wenig größer als der Objektivdurchmesser, wird mit einem
lichtstreuendem Glas oder einer opaken Kunststoffscheibe versehen. In der Box werden
Lampen montiert, die indirekt die Box beleuchten.
- Diese Schachtel wird vor die Optik gehalten oder aufgesetzt.
Weiters können
Flats gegen eine weiße Fläche mit indirektem Licht gemacht werden (Schnee, Styropor
Platte)
Wichtig - die
gleichmäßige Ausleuchtung ! |
Einige Beispiele, die veranschaulichen sollen, wie ein Flatfield aussieht und was
es bewirken kann.
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern.
Bild 1 zeigt ein Flatfield bei dem Artefakte deutlich erkennbar sind.
Zur besseren Darstellung wurde das Flat als Negativ dargestellt. In der linken und
rechten unteren Ecke ist Vignettierung erkennbar. Die größeren Ringe sind Reflexionen
des Fangspiegels. Die kleinen schwarzen Punkte mit weißem Ring sind Staub auf dem Chip.

Bild 1 - invertiert
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Bild 2 ist ein Rohbild invertiert ohne Weißbild (Flat).
Das Dunkelbild wurde bereits abgezogen. Deutlich sind die Fehler zu sehen, die bei Bild
1 ebenfalls abgebildet sind.
Fehler aufgrund von Reflexionen treten besonders hervor, wenn die Umgebungshelligkeit
sehr groß ist. (Mond, Sommernächte...)

Bild 2 - invertiert
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| Nach Abzug des Weißbildes sind die Artefakte in Bild 3 verschwunden, die Aufnahme hat
einen gleichmäßige Hintergrund erhalten. Schwache Sterne, die gerade noch vom
Himmelshintergrund zu unterscheiden sind, treten besser hervor. 
Bild 3
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Fertige Aufnahme Bild4 Eulen Nebel
Darkframe, Flatfield abgezogen
Bildbearbeitung Lucy Richardson , Hot/Dark Pixel entfernt,
Histogramm gestreckt, Helligkeit und Graustufen kalibriert.

Bild 4
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| Flatfield Aufnahmen können wie auch das Dunkelbild und die eigentliche Aufnahme,
durch Mitteln von mehreren Bildern verbessert werden. Dabei wird das Bild deutlich
geglättet (Rauschminderung). 
Bild 5 Einzelbild mit deutliche körniger Struktur (nicht invertiert)
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Bild 6 - gemitteltes Flatfield aus 3 Aufnahmen (nicht invertiert)
Mit ein wenig Übung ist der Aufwand dieses zusätzlichen Werkzeugs sehr gering und
trägt doch zu einer besseren Bildqualität bei, die sich allemal lohnt. |
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